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AUKTION 66 05. Dezember 2020
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KatNr. 7 Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.
KatNr. 7 Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.

007   Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.

Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau) 1737 Groß-Schönau (Dresden) – 1806 Dresden

Öl auf Leinwand, doubliert. Signiert "Schenau fec" und schwer lesbar datiert "1766" oder "1796" (letzte Ziffern später übermalt) u.li. In einem monumentalen, goldfarbenen historisierenden Schmuckrahmen des frühen 20. Jh., dieser mit breiter, nach außenhin ansteigender Kehle und Rosettendekor, Außenkante mit zurückgesetztem, schmalem Schraubstab, mit masseverzierten Eckkartuschen, beidseitig mit ornamentalen Blütenzweigen versehen.
Nicht im WVZ Fröhlich-Schauseil.
Zur allegorischen Motivik von Zeit und Wahrheit bei Schenau vgl. WVZ Fröhlich-Schauseil Z 257a, Z 258 und Z 273.

Provenienz: Nachlass Adolf Sonnenschein (1878–1952, Dozent an der Kunstgewerbeschule Dresden).

"Allegorisches Denken, das Personifizieren von Tugenden, die in deutbaren Konstellationen miteinander agieren, war Schenaus eigentliches Element: In derartigen Kompositionen erweisen sich sein Einfallsreichtum und seine Begabung für immer neue figurenreiche Erfindungen." (WVZ Fröhlich-Schauseil 2018, S.102).
Das vorliegende Gemälde stellt eine Allegorie von Zeit und Wahrheit dar. Die Zeit, Chronos, dargestellt als bärtiger Greis mit Sichel, enthüllt die Wahrheit: ein junges, entblößtes Mädchen, einen Pfirsich in der linken Hand haltend.
In Cesare Ripas "Iconologia" Ed. 1603, 499–501, einem ikonografischen Wörterbuch, welches für die Kunst und Literatur des Barock zu einer unerschöpflichen Quelle geworden ist, nennt der Autor mehrere Alternativen für die Personifikation der Veritas. In Allusion auf ihre Bedeutung als "unverhüllte Wahrheit" wird sie in Gestalt eines schönen nackten Mädchens dargestellt, das nur teilweise von weißen Schleiern bedeckt wird. Die Pfirsichfrucht erläutert Ripa symbolisch als das Herz, während das Blatt am Stiel des Pfirsichs auf die Zunge verweist. Frucht und Blatt symbolisieren somit die sich im aufrichtigen Menschen manifestierende Einheit eines reinen Herzens und eines Wahrheit verkündenden Mundes. Das, was die Zunge sagt, soll dem Herzen und damit der Wahrheit entsprechen.
Die Zeit entdeckt die Wahrheit, macht sie sichtbar, bringt sie ans Licht und lässt sie in ihrer Schönheit erstrahlen: Das Antlitz der jungen Frau erscheint in einer Aureole. Als Tochter der Zeit verdrängt die Wahrheit ihre Widersacher wie Verleumdung, Neid und Zwietracht. So muss auch der finstere Genius malignus weichen, die Allegorie der Täuschung, zu ihren Füßen, dargestellt mit der Schlange zwischen Blumen sowie der Maske.

Die ikonografische Variante der Wahrheit als ein enthülltes Mädchen wurde durch Berninis unvollendete Marmorskulptur, heute in der Galleria Borghese in Rom, berühmt und war besonders im 18. Jh. beliebt. Unter anderem wurde sie auch von Nicolas Poussin und Giovanni Battista Tiepolo rezipiert. Pompeo Batoni wandte das Motiv in seinem zwischen 1737 und 1739 entstandenen Deckengemälde im Palazzo Colonna in Rom an. Dies dürfte wiederum Anton Raphael Mengs als Anregung für seine eher schlicht aufgefasste Personifikation der Veritas als unverhülltes Mädchen mit der Pfirsichfrucht, um 1756, gedient haben. Batonis Darstellung bindet – wie bei Schenaus Gemälde – die Ikonografie ein in das komplexere Thema "Die Enthüllung der Wahrheit durch die Zeit". (WVZ Bowron 7, 88).
Darüber hinaus war das Thema in Dresden dank der Marmorskulptur von Antonio Corradini (1688–1752) aus dem Jahr 1720 weithin bekannt. Sie befindet sich heute im Großen Garten in Dresden und wurde erst vor kurzem restauriert.

Anke Fröhlich-Schauseil: "Schenau (1737–1806). Monografie und Werkverzeichnis der Gemälde, Handzeichnungen und Druckgrafiken von Johann Eleazar Zeißig, gen. Schenau". Petersberg 2018. S. 99ff.
Steffi Roettgen: "Anton Raphael Mengs. 1728–1779". 2 Bde. München 1999/2003.
Edgar Peters Bowron: "Pompeo Batoni. A complete catalogue of his paintings". 2 Bde. London 2016.

Doublierung und Keilrahmen wohl des frühen 20. Jh., mit einem zusätzlichen Gewebe hinterspannt. Malschicht insges. mit Alterskrakelee sowie je ein diagonales Krakelee an den u. Ecken. Leichte Klimakante re. und li. Im Randbereich rahmungsbedingt etwas berieben und mit mehreren Rissen. Zahlreiche, teils farbfalsche Retuschen auf der Bildfläche verteilt, insbes. an Rissen, diese teils leicht erhaben. Übermalung und Ergänzung der letzten zwei Ziffern der Datierung. Malschicht mit vereinzelter Runzelbildung, wohl maltechnikbedingt. Firnis gegilbt. Mehrere zarte, oberflächliche Kratzer. Schmuckrahmen mit leichten Kratzern und kleinen Fehlstellen der Fassung sowie partiell mit goldfarbenen Retuschen.

175,6 x 128,5 cm, Ra. 198,6 x 150,7 cm. Aufruf 9.000 €
Zuschlag 20.000 €
KatNr. 31 Otto Altenkirch
KatNr. 31 Otto Altenkirch

031   Otto Altenkirch "Das Kalkhaus Seitendorf". 1922.

Otto Altenkirch 1875 Ziesar – 1945 Siebenlehn

Öl auf Leinwand. Geritzt signiert u.Mi. "Otto Altenkirch". Verso o.Mi. auf dem Leinwandumschlag in Blei betitelt und nochmals signiert "Otto Altenkirch" sowie ortsbezeichnet "Dresden". In einem breiten, profilierten, goldfarbenen Rahmen mit Zierleisten im Wellendekor.
WVZ Petrasch 1922–62–SC, dort betitelt "Kalkhaus Seitendorf im Schnee".

Mit dem Umzug in das ländliche Siebenlehn begann für Otto Altenkirch 1920 eine neue kreative Schaffensphase. In diese Zeit fiel auch der erste Aufenthalt des Künstlers in Seitendorf / Schlesien (heute Myslów, in der polnischen Gemeinde Bolków) bei dem befreundeten Maler und Kupferstecher Rudolf Hacke. Dieser studierte wie auch Altenkirch zunächst in Berlin und anschließend an der Kunstakademie in Dresden unter Eugen Bracht. 1922 entstanden in Schlesien mehrere Gemälde Altenkirchs, die ganz im Stil seiner charakteristischen Freiluftmalerei stehen. Anmerkungen im Werkregister zufolge malte der Künstler auch unter schwierigsten Bedingungen in der Natur. Dabei war er nicht auf der Suche nach besonders spektakulären Motiven, sondern konzentrierte sich auf ausgesuchte Leitmotive, die er unmittelbar und authentisch zu erfassen versuchte. Daher verzichtete er auch auf kompositorische Veränderungen und dramatisierende Effekte. Im Mittelpunkt stand vielmehr das flüchtige Wechselspiel atmosphärischer Stimmungen.
Auch die vorliegende Arbeit zeugt von Altenkirchs Interesse an ländlicher Idylle und bäuerlicher Architektur sowie von seiner impressionistischen Farb- und Formauflösung. Das Gemälde zeigt eine schneebedeckte Winterlandschaft, die Luft wirkt klar und hell. Vor dem Betrachter eröffnet sich eine verschneite Wiese, auf der partiell das Grün durchschimmert. Im Hintergrund erblickt man linksseitig mehrere Bäume sowie zentral das im Titel erwähnte Kalkhaus. Rechtsseitig verdeckt ein Baum weitere Gebäude. Der Horizont lässt eine hügelige Umgebung erahnen. Charakteristisch für Altenkirch sind die deutlichen Spachtelspuren, die in dem motivisch ruhigen Gemälde eine gewisse Dynamik erzeugen.

Lit. Maria Petrasch: "Otto Altenkirch. 1875–1945. Leben und Werk." Dresden 2005.

Wir danken Herrn Frank Petrasch, Dresden, für freundliche Hinweise.

Malschicht mit Krakelee und Schüsselbildung und leichter Klimakante. Wenige kleine Retuschen. Verso Leinwandumschlag mit zwei winzigen unscheinbaren Löchlein.

55 x 68 cm, Ra. 70 x 83 cm. Aufruf 4.800 €
Zuschlag 18.000 €
KatNr. 33 Karl Buchholz
KatNr. 33 Karl Buchholz

033   Karl Buchholz "Frühlingslandschaft" (Waldlandschaft bei Oberweimar). 1888.

Karl Buchholz 1849 Schlossvippach/Kreis Sömmerda – 1889 Oberweimar

Öl auf Leinwand, nach dem Malprozess maroufliert und holzsichtige Ränder der Holztafel wohl vom Künstler bemalt. Signiert "K. Buchholz" und datiert u.re. Verso auf o. Rahmenleiste auf einem alten Papieretikett in Feder bezeichnet sowie ortsbezeichnet "Oberweimar bei Weimar" sowie betitelt und mit altem Preis "250 RM" versehen. Im originalen, breiten, goldfarbenen, reich verzierten Stuckrahmen.

Winzige Retuschen im Himmel. In den Randbereichen der Leinwand vereinzelte, feine Reißzwecklöchlein aus dem Malprozess. Eine werkimmanente Kratzspur am re. Bildrand mittig.

21 x 32,5 cm, Ra. 39,5 x 51,5 cm. Aufruf 2.400 €
Zuschlag 7.000 €
KatNr. 37 Charles Crodel, Akte in der Landschaft (Rückenakt Gerhard Marcks). 1928.
KatNr. 37 Charles Crodel, Akte in der Landschaft (Rückenakt Gerhard Marcks). 1928.

037   Charles Crodel, Akte in der Landschaft (Rückenakt Gerhard Marcks). 1928.

Charles Crodel 1894 Marseille – 1973 München

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf dem Keilrahmen o. auf einem Klebeetikett bezeichnet sowie mit der Nachlassnummer versehen "Nachlass Ch. Crodel Nr. 630". Umlaufend an den Spannrändern aufgenagelte, schmale Holzleisten. In breitem, schwarzbraun lasiertem Modellrahmen.
Nicht im WVZ Lehmann.

Zu einem motivisch sehr ähnlichen Gemälde "Der Krugträger", um 1930 vgl. Ausst.Kat. der Galerie Wolfgang Ketterer München: "Charles Crodel zum 90. Geburtstag. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen". München 1984. Kat.Nr. 6. Abb. S. 6.

Dieses Gemälde entstand im Rahmen einer im Freundeskreis des Künstlers stattfindenden Mal- und Zeichenübung in der Nähe von Halle, bei der man sich das Thema "Akt" vorgenommen hatte. Crodel war seit 1927 Lehrer für Malerei und Grafik an der dortigen Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Für den Rückenakt stand der befreundete Künstler Gerhard Marcks Modell, welcher in Burg Giebichenstein die Bildhauerklasse unterrichtete und mit dem Crodel eine langjährige Freundschaft verband, die sich in wechselseitigen Patenschaften, gemeinsamen Reisen und Werkausstellungen, in wechselseitigem Werkbesitz und in Gemeinschaftsarbeiten ausdrückte.

Abgebildet in: "Charles Crodel. 50 Jahre Malerei und Grafik". Ausst. d. Gal. Mutter Fourage. Berlin 2017. S. 8, dort irrtümlich betitelt "Griechenland".

Zur Freundschaft mit Gerhard Marcks siehe: Martina Rudloff, Cornelius Steckner: "Gerhard Marcks und Charles Crodel. Eine Künstlerfreundschaft. 1921–1933". Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen 1992.

Leinwand mit kleiner Deformation am Rand o.li. Geringfügig angeschmutzt sowie in den Randbereichen partiell leichter Abrieb. Li. im Bereich des Oberarms des stehenden weiblichen Akts drei winzige Stellen mit Farbverlust. Ein ehem. Riss u.re. unterhalb des männlichen Akts, verso mit einem Leinwandflicken hinterlegt und recto fachgerecht retuschiert. Verso Leinwand an einer Stelle leicht stockfleckig. Rahmen an den Kanten partiell geringfügig berieben.

60 x 73,5 cm, Ra. 72,5 x 85,5 cm. Aufruf 5.200 €
Zuschlag 5.200 €
KatNr. 40 Wilhelm Dodel, Stillleben mit Trichterwinde. Wohl um 1933.
KatNr. 40 Wilhelm Dodel, Stillleben mit Trichterwinde. Wohl um 1933.

040   Wilhelm Dodel, Stillleben mit Trichterwinde. Wohl um 1933.

Wilhelm Dodel 1907 Moskau – 1944 Grustinja, Sowjetunion

Öl auf textilem Gewebe, auf Holz aufgezogen und allseitig weiß grundiert. Verso in schwarzem und rotem Farbstift signiert "Wilhelm" sowie in blauem Farbstift "Dodel", mit Adressvermerk in Blei "Ostbahnstr. 16 IV. Dresden." versehen sowie in Blei bezeichnet "Preis: 40 MK" (gestrichen) o.Mi.

Vom künstlerischen Schaffen Wilhelm Dodels, einem der begabtesten Schüler von Otto Dix, sind kaum Werke überliefert – ein Umstand, der einerseits dem großen Anteil von kurzlebiger Agitations- und Theatermalerei des Künstlers bis zu Beginn der 1930er Jahre geschuldet ist, sich andererseits durch seinen tragischen frühen Tod im Zweiten Weltkrieg mit fast gleichzeitiger Vernichtung seines Werkes durch die Bombenangriffe auf Dresden begründet.

Die Städtischen Sammlungen Freital zeigten 2016 mit "Dix im Sinn" eine Ausstellung mit Werken von Künstlern, deren Schaffen nachhaltig durch den Einfluss ihres Lehrers Otto Dix geprägt wurde, darunter auch Werke von Wilhelm Dodel. Von Dix übernahm Dodel den Einsatz feinster Pinselarbeit in der abschließenden Malschicht zur Darstellung von Details. Dodel folgte seinem Lehrer jedoch nur eine Zeit lang und bemühte sich um eine persönliche künstlerische Handschrift. In seinem kleinen, überlieferten Werk gibt es offensichtliche Beziehungen zur Bildwelt des italienischen Quattrocento und der deutschen Romantik sowie Parallelen zu Werken von Rogier van der Weyden und Hugo van der Goes. Vgl. Claußnitzer, Gert: Wilhelm Dodel. Maler und Werk, Dresden, 1981, S. 1–8.

Das Motiv der Trichterwinde findet sich auch in dem Gemälde "Rosemarie", 1939, Öl auf Holz, wieder. Dort hält das in einer Waldlandschaft hoch über dem Elbtal sitzende Mädchen einen Windenzweig mit roten Blüten in der Hand.
Vgl. Claußnitzer, Gert: Wilhelm Dodel. Maler und Werk, Dresden, 1981, KatNr. 8.

Bleistiftunterzeichnung partiell sichtbar (werkimmanent). Malschicht leicht angeschmutzt, mit Fleckchen, sowie partiell frühschwundrissig und mit leichtem Abrieb im Bereich des blauen Topfes. Maltechnikbedingte Glanzunterschiede. An den Rändern berieben, mit partiellem Verlust der Malschicht, v.a. an den Ecken. Drei unscheinbare Wachsflecken o.re. U.re. eine kleine Stelle mit Farbverlust im Bereich des Tisches.

16,5 x 42 cm. Aufruf 1.800 €
Zuschlag 4.400 €
KatNr. 44 Richard Dreher, Porträt der Frau des Künstlers (Maria Dreher). Um 1920.

044   Richard Dreher, Porträt der Frau des Künstlers (Maria Dreher). Um 1920.

Richard Dreher 1875 Dresden – 1932 ebenda

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Unvollendetes Gemälde. Verso auf o. Spannrahmenleiste Mi. ein Händler-Etikett.
Aus dem Nachlass Richard Dreher.

Ein weiteres Porträt der Frau des Künstlers befindet sich im Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister, Inv.-Nr.: Gal.-Nr. 2581 B.

Fachmännisch geschlossener Leinwand-Riss mit kleiner Retusche u.li. Stärkere Deformation am Rand re.u. Gesicht berieben. Transparente Klebemittelspuren und Papierreste am li. und re. Rand, dort vereinzelte Reißzwecklöchlein und leichter Malschicht-Abrieb. Spannrahmen-Eckverbindungen genagelt.

116,5 x 81,5 cm. Aufruf 800 €
Zuschlag 2.200 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

067   Carl Lohse, Baumblüte. Um 1931.

Carl Lohse 1895 Hamburg – 1965 Dresden

Öl auf Leinwand, beidseitig bemalt. Verso ein über einer verworfenen Bildanlage ausgeführtes Mädchenporträt in Öl. Auf diesem o.re. signiert "C Lohse" (teils unter dem Keilrahmen befindlich). In einer profilierten, schwarz gefassten Holzleiste gerahmt, inneres und äußeres Profil mit goldfarbener Blattmetallauflage.

Vgl. stilistisch "Wintertag mit Sonne und Krähe", 1931, Privatbesitz, abgebildet in: Tiesler, Frank: Carl Lohse (Publikation der Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 1980).

Wir danken Frau Dr. Gabriele Werner, Dresden, für freundliche Hinweise.

Baumblüte: Kleine, aufgewölbte Malschicht-Lockerung mit kleinen Verlusten u.li., o.re. sowie am re. Rand Mi. Wenige Randläsionen, je ein Reißzwecklöchlein an den o. Ecken. Hellbräunliche Laufspur o.li. Verso Verschmutzungen zwischen Keilrahmen und Gemälde.
Mädchenporträt: Malschicht-Abhebungen und kleine Verluste, insbes. li. sowie o.Mi. Weiße Farbfleckchen. Zwei kleine Kratzer mit Auffaserung der Leinwand o.li. sowie u.Mi.

60,3 x 79,7 cm, Ra. 75,2 x 95,2 cm. Aufruf 5.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 11.000 €
KatNr. 72 Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.
KatNr. 72 Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.
KatNr. 72 Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.

072   Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.

Rudolf Nehmer 1912 Bobersberg – 1983 Dresden

Öl auf Hartfaser. U.re. monogrammiert "RN" und darunter in Sütterlin signiert "R. Nehmer" und datiert. In einem breiten dunkelbraun lasierten Holzrahmen.

Der Rahmen mit Etikett: "Große Deutschen Kunstausstellung 1940 im Haus der Deutschen Kunst zu München, Einlieferungsbuch 4253, Kiste 1370, Stoß 23".

Die Porträts von Personen seines privaten Umfelds, besonders der Eltern, Geschwister, der Ehefrau und den Kindern, bilden einen großen Anteil im Schaffen Rudolf Nehmers. Mit dem kleinformatigen "Bildnis meiner Mutter", gemalt 1940 während des Kriegseinsatzes an der Westfront, beginnt der Künstler die Reihe von Arbeiten dieser Porträtkategorie. (Abb. In: Voigt / Voigt (Hrsg): "Rudolf Nehmer zum 100. Geburtstag". Dresden 2012. S. 23.)
Das vorliegende Gemälde aus demselben Jahr ist als großformatige Arbeit mit großer Wahrscheinlichkeit noch zuvor entstanden. Auch hier stellte der Künstler in der vom Betrachter abgewandten, älteren Frau, seine Mutter dar. Ihre Sorge um das Schicksal ihrer vier Kinder, die in den Krieg ziehen mussten, scheint motivisch gleichnishaft in der gebeugten, in sich gekehrten und verhüllten Figur der alten Frau auf. Nach der Rückkehr aus britischer Kriegsgefangenschaft porträtiert Nehmer 1945/46 noch einmal seine Mutter. Das Gemälde "Meine Mutter. Der schlimme Brief" (Abb. Ebd. S. 27), zeigt sie in dem Moment, in dem sie vom Tod ihres Sohnes Herbert erfährt.
Lit.: Gerd-Helge Vogel: "Rudolf Nehmer (192–1983)". Berlin 2013.

Wir danken Frau Gundula Voigt, Dresden, für freundliche Hinweise.

Ausgeprägtes Frühschwundrissnetz in o. Malschicht sowie partielles Alterskrakelee, insbes. o.li. Umlaufend einrahmungsbedingte Randläsionen mit partiellem Farbverlust sowie Ränder teils ungefirnisst. Punktuelle Schmutzfleckchen auf der Oberfläche sowie mit maltechnikbedingten matten Stellen. Ecke u.re. etwas bestoßen. Zwei Stellen mit Retuschen u.Mi. (Bereich der Rockfalten). Verso an den o. Ecken je eine kleine Stelle mit Abrieb, in den Randbereichen wenige Firnisflecken. Der Rahmen partiell mit Farbverlusten. Die Ecken nachverleimt, verformungsbedingt leichte Fassungsdifferenzen.

79,6 x 100,8 cm, Ra. 109 x 129 cm. Aufruf 3.600 €
Zuschlag 10.000 €
KatNr. 74 Max Pietschmann, Figur im Schmetterlingskostüm. Wohl 1920er Jahre.

074   Max Pietschmann, Figur im Schmetterlingskostüm. Wohl 1920er Jahre.

Max Pietschmann 1865 Dresden – 1952 ebenda

Öl auf Malpappe. Signiert "M. Pietschmann" u.re. Verso o.li. der Stempel des Malmaterialhändlers "Emil Geller Dresden".

Bildträger etwas gewölbt. Ecke u.li. mit Knickspur und kleinen Malschicht-Verlusten sowie weitere in den Randbereichen sowie o.Mi. über dem Kopf der Figur und u.re. Pastositäten etwas gepresst. Vereinzelte, unscheinbare Kratzspuren.

29,8 x 37,5 cm. Aufruf 150 €
Zuschlag 1.400 €
KatNr. 87 Georg Siebert
KatNr. 87 Georg Siebert

087   Georg Siebert "Junge im Böhmerwald" (Mein Junge). 1931.

Georg Siebert 1896 Dresden – 1984 Köln

Öl auf leinwandkaschierter Hartfaserplatte. Signiert "Georg Siebert" und datiert u.li. Bildträger verso weiß gestrichen und auf einem Pappetikett vom Künstler in schwarzem Faserstift betitelt und datiert. In einer breiten rotbraunen Holzleiste mit goldfarben abgesetzten Profilen gerahmt. Verso ein montierter Ausschnitt einer Ausstellungsbroschüre des Künstlers, mit Bleistift-Annotationen des Künstlers.

Ausgestellt 1932 im Museum der Stadt Ulm.

Abgebildet u.a. in:
"Deutsche romantische Malerei der Gegenwart. Zur Ausstellung
im Ulmer Museum". In: "Die Kunst für alle. Malerei, Plastik, Graphik, Architektur. 48 (1932/1933). S. 46–48. Hier S. 46 unter dem Titel "Mein Junge"; "Westermanns Monatshefte. Illustrierte deutsche Zeitschrift". Braunschweig, Berlin u.a. August 1933. Jg.77. S. 508; Galerie von Abercron (Hrsg.): Georg Siebert. Gemälde und Aquarelle aus sechs Jahrzehnten. Erschienen im September 1977 anlässlich einer Ausstellung der Galerie von Abercron, Köln 1977, S. 15, Nr. 9, Werknummer: A-31–1.

Das vorliegende Gemälde entstand auf Initiative des Akademischen Rats in Dresden, welcher einige Maler in den Böhmerwald schickte, um ihre Eindrücke künstlerisch festzuhalten. 1932 wurde es in der Ausstellung "Romantische Malerei der Gegenwart" in Ulm ausgestellt. In einem aufgezeichneten Toninterview mit Georg Siebert von 27.07.1979 im Haus des Künstlers in Köln, hing das Gemälde im Wohnzimmer, in dem das Interview stattfand. Das Ulmer Museum, in welchem das Bild 1932 ausgetellt wurde, war damals an einem Ankauf interessiert, Siebert lehnte jedoch ab. Das Gemälde befand sich bis zum Tod des Künstlers in seinem Besitz. Aufgrund des abweichenden Titels "Mein Junge" ist der dargestellte Junge hier mit großer Wahrscheinlichkeit der Sohn des Künstlers, der auch in dem 1932 entstandenen Ölgemälde des Künstlers "Selbstbildnis mit Sohn" porträtiert wurde. (Abgebildet in: Westermanns Monatshefte. Bd. 154.II. Heft 924. S. 90.)

Falzbereich mit umlaufenden, kleinen Retuschen. Firnis etwas gegilbt und mit wenigen, kleinen Partikeleinschlüssen. Winzige Retuschen auf der Bildfläche. Leinwand-Ecke o.re. mit kleiner Stauchung. Verso mit vereinzelten Nagellöchern entlang der Ränder (montierungsbedingt) und stockfleckig.

35 x 46 cm, Ra. 45,5 x 56 cm. Aufruf 2.000 €
Zuschlag 3.800 €
KatNr. 91 Wilhelm Carl August Zimmer, Burg Saaleck (Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt). 1924.
KatNr. 91 Wilhelm Carl August Zimmer, Burg Saaleck (Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt). 1924.

091   Wilhelm Carl August Zimmer, Burg Saaleck (Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt). 1924.

Wilhelm Carl August Zimmer 1853 Apolda – 1937 Reichenberg

Öl auf Hartfaser. Signiert "W. Zimmer" und datiert u.li. In einer hell gefassten, profilierten Holzleiste gerahmt.

Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen, vormals im Besitz von Walter Curt Neumann (*1920 Radebeul), bis 1958 Besitzer der Meierei im Lößnitzgrund, Radebeul.

Malschichtoberfläche im Himmel minimal berieben. Wenige kleine Retuschen. Firnis erneuert.

28 x 38,5 cm, Ra. 36,5 x 46,5 cm. Aufruf 500 €
Zuschlag 3.200 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

107   Hermann Glöckner "Fest verbunden". 1979.

Hermann Glöckner 1889 Cotta/ Dresden – 1987 Berlin (West)

Tempera über Bleistiftzeichnung und Faltung auf Papier. Verso in Blei signiert "Glöckner", ausführlich datiert "1979 April" sowie nummeriert "6/10" u.li., betitelt u.Mi. und technikbezeichnet "Faltgrafik" u.re., o.li. in Blei wohl von fremder Hand bezeichnet "Fo Blu" sowie datiert "29.5.81".

Abgebildet in: Erpenbeck, John (Hrsg.): Hermann Glöckner. Ein Patriarch der Moderne. Berlin, 1983. S. 28, betitelt "Weißes und schwarzes Quadrat, verklammert" (irrtümlich als Hochformat abgebildet).

Vgl. ähnliche Arbeiten in: von Bersordt-Wallrabe, Kornelia; Mayer, Rudolf (Hrsg.): Hermann Glöckner. Faltungen. Arbeiten aus fünf Jahrzehnten. Ausstellungskatalog Staatliches Museum Schwerin, Gotha, 1996, S. 62, Kat.-Nr. 58 "Durchdringung von zwei Quadraten auf Rot", 1977, Faltung, Tempera.

Güse, Ernst-Gerhard (Hrsg.): Hermann Glöckner. Werke 1909–1985, Stuttgart, 1993, S. 100, Kat.-Nr. 67 "Durchdringung zweier Quatrate: schwarz und weiß", 1977, Faltung, Tempera.

Schon früh zeigte sich bei Hermann Glöckner eine Vorliebe für Geometrie. Wie der Künstler selbst in seinem Lebensbericht schrieb, waren es Projektionslehre und Darstellende Geometrie, welche ihn 1903/04 an der Gewerbeschule in Leipzig besonders interessierten. Um 1919/20 entstanden die ersten radikal vereinfachten geometrischen Kompositionen. In den 1920er Jahren setzte Glöckner seine Ansätze jedoch zunächst nicht konsequent fort. Aus finanziellen Gründen arbeitete er nach dem Krieg in Dresden als Modezeichner und verdiente zugleich Geld mit dem Anfertigen von Kopien der alten Meister. Eine Rückkehr zur Gegenständlichkeit war dabei unumgänglich.
Doch um 1930 fand der Künstler zu konstruktivistisch-abstrakten Arbeiten zurück. In der Auseinandersetzung mit älteren Bildern entdeckte Glöckner bestimmte Maßverhältnisse, die ihn dazu veranlassten, "die konstruktiven, geometrischen Grundlagen [seiner] Malerei zu untersuchen, ihre elementaren und komplexen Zusammenhänge zu finden". In der Folge entstanden die ersten "Tafeln", in denen er sich der Problematik von Zwei- und Dreidimensionalität, von Flächigkeit und Körperlichkeit näherte. Glöckner experimentierte mit verschiedenen Materialien und Techniken, neben Monotypien entstanden u. a. Collagen und Faltungen. Sie alle verbindet das Geometrische ebenso wie das Zufällige. Letzteres ergab sich für den Künstler aus äußeren Eindrucken, die es zu erfassen galt. (Vgl. Ernst-Gerhard Güse: "Hermann Glöckner. Werke 1909–1985". Saarbrücken / Stuttgart 1993. S. 13–29).
Der Vorgang des Faltens ist ein dreidimensionaler Prozess, wobei jedoch die dritte Dimension im künstlerischen Arbeitsprozess von Hermann Glöckner "flach gepresst" wird, so auch in der vorliegenden Arbeit. Dennoch erzeugte der Künstler durch die farbige Gestaltung Räumlichkeit. (Vgl. Kornelia von Berswordt-Wallrabe u. Rudolf Mayer: "Faltungen. Arbeiten aus fünf Jahrzehnten". Schwerin 1996. S. 17).

Mit werkimmanenten diagonalen Knickfalzen und Reißzwecklöchlein in den Ecken. Papier technikbedingt partiell leicht aufgefasert bzw. mit leichtem Abrieb an den Falzen mit minimalem Farbverlust (im Schwarz) und vereinzelt Stauchungen im Papier. Anhaftende pudrige Kreidepigmente u.Mi. im Rot. Kreidige Wischspur im Schwarz Mi., wohl werkimmanent. In den Randbereichen technikbedingt leicht gewellt. Ein winziges unscheinbares Fleckchen u.li. Verso atelierspurig.

50,1 x 72,2 cm. Aufruf 5.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 10.000 €
KatNr. 129 Werner Juza, An der Friedhofsmauer. 1981.

129   Werner Juza, An der Friedhofsmauer. 1981.

Werner Juza 1924 Wachau

Öl auf Pressspanplatte. Signiert u.re. "W. Juza" und datiert. Im schmalen Künstlerrahmen fest klebemontiert.

Werkimmanent unscheinbare, feine Bläschen im Firnis. Ra. mit kleinen Fehlstellen der Fassung.

20,5 x 26,5 cm, Ra. 21 x 27 cm. Aufruf 400 €
Zuschlag 1.200 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

170   Heinz Zander "Primavera". 1987.

Heinz Zander 1939 Wolfen – lebt in Leipzig

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "HZ" und datiert u.li. Verso auf einem Papieretikett des Künstlers in Kugelschreiber nochmals signiert "Zander", betitelt, datiert und mit Maßangaben versehen. In einer schwarzen Holzleiste gerahmt.

Die bildnerischen Arbeiten des Künstlers Heinz Zander gleichen "Inszenierungen, denen der Formenreichtum des Welttheaters, der Kunst- und Literaturgeschichte, der Mythologie, Sagen- und Märchenwelt zugrundeliegt" (Hammer 1995). Als phantasievoller Experimentator zitiert Zander in seinen Arbeiten in vielfältiger Weise tradierte Bildformeln der Kunstgeschichte und verarbeitet sie zu neuen Bildfindungen.
Bei dem vorliegenden Gemälde ist schon der ikonische Titel "Primavera" eine Allusion auf Botticellis Meisterwerk. In seiner künstlerischen Staffage stellt es eine surreal-neuzeitliche Vision der komplexen Liebes- und Fruchtbarkeitsikonografie des Renaissancebildes dar und bringt sie in einen neuen strukturellen und rätselhaften Zusammenhang. Das Grotesk-Komische, das Ironische und auch das Grausige erzeugen hier in malerischer Detailschärfe die eigenartige Faszination des Bildes.
Lit.: Klaus Hammer: "Großes Welttheater, Phantastischer Orbis pictus oder kurioses Raritätenkabinett?". In: Gerd Lindner (Hrsg.): "Heinz Zander. Hortus conclusus". Ausst.-Kat. Leipzig 1995.

Sehr feines, unscheinbares, alterungsbedingtes Krakelee in weißen Farbbereichen. Mehrere kleine, fachgerechte Retuschen in den Randbereichen im Hintergrund. Falzbereich mit Lichtrand (Malschicht und Firnis umlaufend im Bereich der Rahmenabdeckung etwas gegilbt).

102,5 x 70,5 cm, Ra. 109 x 77,5 cm. Aufruf 10.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 17.000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

171   Heinz Zander "Selbstbildnis als Archäologe" (oder "Selbst mit Geiern"). 1986.

Heinz Zander 1939 Wolfen – lebt in Leipzig

Öl auf Leinwand. Monogrammiert "HZ" und datiert u.li. In einer dunkelbraunen Holzleiste gerahmt.

Leinwand in re. Bildhälfte Mi. mit Deformation, an Ecke o.li. mit kleiner Falte im Falzbereich sowie ein vom Künstler hinterlegtes Löchlein in li. Bildhälfte. Alterungsbedingtes, feines Krakelee im Hintergrund, partiell gefirnisst mit wenigen matten Bereichen und unscheinbarer, gegilbter Laufnase re. Geringfügiger Malschicht-Abrieb an den Bildkanten durch Einrahmung sowie ein schmaler Lichtrand im Falzbereich. Kleine, längliche Druckstelle im Geier li. mit leicht erhabener Malschicht.

44,5 x 49,7 cm, Ra. 52,5 x 57,5 cm. Aufruf 5.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 5.000 €
KatNr. 189 Louis Philibert Debucourt
KatNr. 189 Louis Philibert Debucourt

189   Louis Philibert Debucourt "La Noce au Chateau". 1789.

Louis Philibert Debucourt 1755 Paris – 1832 ebenda

Farbaquatinta. In der Platte unterhalb der Darstellung bezeichnet li. "Peint et grave par De Bucourt Peintre du Roi 1789" sowie mittig ausführlich bezeichnet "Dédiée à Monsierur le Chavalier de Bargeton Chevalier de l' Ordre Royal et Militaire de St Louis, ancien Capitaine des Grenadiers du Régiment Royal. Par son très humble et très obéissant Serviteur, De Bucourt" und li. "A Paris, chez l' Auteur, Cour du vieux Louvre, la 5em. porte à gauche en entrant par la Colonnade, au 1er.". Hinter Glas in einem goldfarbenen Louis XVI – Rahmen mit Perlstab- und Drehbanddekor sowie bekrönendem Schleifen- und Bandwerk. Verso mit einem Klebezettel der Kunstausstellung Kühl, Dresden.
WVZ Fenaille 21 III (von IV).

Papier leicht gegilbt. Wohl bis zum Plattenrand geschnitten. Rahmenleisten leicht verwölbt, Fassung mit Bereibungen.

Pl. 39,3 x 29 cm, Bl. 39 x 26 cm, Ra. 52 x 34 cm. Aufruf 180 €
Zuschlag 700 €
KatNr. 225 Karl Joseph Brodtmann

225   Karl Joseph Brodtmann "Feodor Iwanowitsch" (Porträt des Karslruher Hofmalers Feodor Iwanowitsch Kalmück). 1815.

Karl Joseph Brodtmann 1787 Überlingen – 1862 Basel
Feodor Iwanowitsch Kalmück 1763 – 1832

Lithografie. Im Stein betitelt. Nach einem Selbstportrait des Künstlers.

Vgl. Margrit-Elisabeth Velte, Leben und Werk des Badischen Hofmalers Feodor Iwanowitsch Kalmück (1763–1832), Karlsruhe 1973, WV 2g, S. 232.

"Heute teils in Vergessenheit gerahten, war er [Kalmück] zu seiner Zeit ein gefeierter Künstler mit abendteuerlichem Lebenslauf. Als Nomadenkind aus der russischen Steppe verschleppt und von der Zarin Katharina der Großen an die deutsche Verwandtschaft verschenkt, landete er als Page am badischen Hof. Man erkannte sein zeichnerisches Talent und schickte ihn zu Kunstakademie. In Rom wurde er zu einem Mittelpunkt der deutschen Künstlerkolonie und durch seine Werke weithin berühmt (…)". (zitiert nach Fichter, H. W., Finderglück XVI. Druckgraphiken des 19. Jahrhunderts. Frankfurt am Main, 2019. KatNr. 4.)

Etwas stockfleckig und knickspurig.

Darst. 16,5 x 13,3 cm, Bl. 33 x 23 cm. Aufruf 100 €
Zuschlag 550 €
KatNr. 353 Ernst Ludwig Kirchner
KatNr. 353 Ernst Ludwig Kirchner
KatNr. 353 Ernst Ludwig Kirchner

353   Ernst Ludwig Kirchner "Frau, Schuh zuknöpfend". 1912.

Ernst Ludwig Kirchner 1880 Aschaffenburg – 1938 Frauenkirche-Wildboden

Holzschnitt auf beigefarbenem "Van Gelder Zonen"-Bütten. Unsigniert. Einer von bisher acht bekannten Abzügen vor der ebenfalls unsignierten Auflage, welche im Graphischen Kabinett J. B. Neumann, Berlin, 1913 erschien. Verso in Blei am u. Blattrand von fremder Hand bezeichnet, römisch nummeriert "II" sowie mittig mit einem gestrichenen Inventarstempel versehen. An den o. Ecken im Passepartout montiert.
WVZ Dube H 206 A (von B); WVZ Gercken 566 A (von B).

Provenienz: Nachlass Friedrich Bienert (1891 Dresden – 1969 West-Berlin).

Abzüge der 1913 editierten Auflage befinden sich u.a. in:
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
Harvard Art Museum, Cambridge, MA
Staatliche Graphische Sammlungen, München
The Museum of Modern Art, New York
Es sind 26 Abzüge der Edition bekannt.
Sowohl Dube als auch Gercken benennen starke Druckunterschiede der einzelnen Abzüge durch verschieden starkes Mitdrucken des Stockgrunds.

Innerhalb des Gesamtwerks von Ernst Ludwig Kirchner nimmt sein druckgrafisches Schaffen eine zentrale Stellung ein. Mit über 2100 Arbeiten schuf Kirchner nicht nur das umfangreichste Druckwerk des Expressionismus, sondern darüber hinaus auch eines der größten innerhalb der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Unter dem Pseudonym Louis de Marsalle schrieb Kirchner über seine eigene Arbeit: "Da Kirchner seine Drucke selbst macht, ist er in der Lage, alle technischen Möglichkeiten voll auszunützen. Nur der Künstler, der Liebe und Geschick zum Handwerk hat, sollte Graphik machen [...]". (Zit. n. Alms 2005. S. 16.) Auch für den künstlerischen Formfindungsprozess waren die druckgrafischen Techniken, besonders der Holzschnitt, für Kirchner unerlässlich. In ihm hatte der Künstler wie in keinem anderen Medium, die Möglichkeit, formzusammenfassende, abstrahierende und rhythmisierende Gestaltungsprinzipien zu entwickeln, die in ihrer Betonung des Eckigen und Spitzwinkligen in Kirchners Malerei wiederkehren.
1911 siedelte Kirchner von Dresden nach Berlin über. Die Großstadt bot dem Künstler eine neue überbordende Themenvielfalt, die er u.a. in zahlreichen Straßen- und Milieuszenen, in Darstellungen von Prostituierten, Zirkusartisten und Varietétänzerinnen ins Bild setzte. Im Juni 1912 lernte Kirchner die beiden Schwestern Erna und Gerda Schilling in Berlin kennen, die beide als Tänzerinnen ihren Lebensunterhalt verdienten. Erna, die ältere der beiden, wurde bald Kirchners bevorzugtes Modell, später Freundin und Lebensgefährtin. In dem vorliegenden Holzschnitt "Frau, Schuh zuknöpfend" porträtierte Kirchner sie mit großer Wahrscheinlichkeit.
Innerhalb des klar und kontrastreich aufgebauten Bildgefüges ist die auf einem geschnitzten Hocker Sitzende in steifer Pose dargestellt, formal vollständig in das kleinteilige, die gesamte Bildfläche strukturierende Ornament integriert. Kraftvolle Schraffuren verlaufen entlang der Konturen des Kleides. Seitlich schräg gesetzte Formen deuten die Situierung der Figur in einer Raumecke an. Ein auf der rechten Seite abgebildeter, exotisch anmutender Wandbehang zeigt einen Frauenakt mit Hahn. Mit ähnlichen Tüchern stattete Kirchner seine Ateliers aus, sie boten ihm einen inspirierenden Hintergrund für seine Figurendarstellungen. Das Motiv der sitzenden, den Schuh bindenden Tänzerin hielt Kirchner auch in verschiedenen Bleistift- und Kreidezeichnungen fest.
Lit.:
Barbara Alms: "Kirchners urbane Ästhetik. Großstadt, Eros und Natur". In: "Ernst Ludwig Kirchner. Großstadt, Eros und Natur". Delmenhorst 2005. S. 12–17.
Kunstverein Hamburg (Hrsg.): "E.L. Kirchner. Zeichnungen und Druckgrafik 1905–1936". Mit einer Einführung von Günther Gercken. Hamburg 1978.
Magdalena M. Moeller: "Ludwig Kirchner. Meisterwerke der Druckgrafik". Stuttgart 1990.

Fachmännisch restaurierter Zustand. Etwas gebräunt und lichtrandig. Die äußersten Randbereiche teilweise angeschmutzt, sehr unscheinbar angestaubt und mit Fingerspuren, Blattrand/Blattkante o.li. mit schwarzer Schmutzspur. Der o. weiße Rand etwas angegraut, die o. Ecken mit Spuren einer früheren Montierung, dort partiell braunfleckig, die re. Ecke mit durch Anfaserung geschlossenen Löchlein. Ein winziger Einriss (4 mm) u.Mi. Verso am re. Rand mit halbkreisförmigen, gräulichen Schmutzrändern eines ehemaligen Feuchteeintrags (nicht deformiert). Am o.re. Rand eine leichte Papierausdünnung, wohl montierungsbedingt. Randbereiche partiell mit Resten einer älteren Montierung. Die o. Blattecken flächig mit Flüssigpapier angefasert.

Stk. 31 x 24,9 cm, Bl. 57,5 x 45,5 cm, Psp. 62 x 49 cm. Aufruf 8.000 €
Zuschlag 12.000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

370   Richard Müller (nach Albrecht Dürer) "Feldhase". 1890.

Richard Müller 1874 Tschirnitz/Böhmen – 1954 Dresden-Loschwitz

Pinsel- und Federzeichnung in Tusche und Aquarell über Grafit. Verso in Blei signiert "Rich. Müller" mit dem Vermerk "gez. b. Gey", ortsbezeichnet "Dresden" sowie datiert, u.re. mit dem Nachlassstempel versehen. An den o. Ecken im Passepartout montiert und hinter Glas in einem hochwertigen schwarz-goldenen Modellrahmen mit Ziersäulen gerahmt.

Die frühen 1890er Jahre waren für Richard Müller eine Phase des Experimentierens. Er probierte sich in verschiedenen Techniken, Sujets sowie in unterschiedlichen Stilen. Er arbeitete in dieser Zeit an Studien von Greisenköpfen im Versorghaus ebenso wie an Harnischstudien, wobei er dem Vorbild Albrecht Dürers, Hans Holbeins d. J. und Adolph Menzels folgte.
Das vorliegende Blatt ist eine Studie des Künstlers, entstanden im ersten Studienjahr an der Kunstakademie in Dresden in der Klasse von Leonhard Gey, in dem Müllers Talent zur Erfassung und Wiedergabe von Stofflichkeiten bereits deutlich aufscheint. Müller erwähnt später in seiner Autobiographie nicht ohne Stolz, dass man ihn als den "modernen Dürer der Zeichenkunst" bezeichnete. (Vgl. Wodarz, S. 137)

Lit. Corinna Wodarz: "Symbol und Eros. Die Bildwelten Richard Müllers (1874 – 1954), mit dem Katalog des Gesamtwerks". Göttingen 2002.

Nicht im WVZ Wodarz.

Minimal lichtrandig, etwas knick- und griffspurig. Eine kleine Druckspur am re. Blattrand (Bereich Schatten). Ein kleiner Fleck u.li. Verso mit wenigen kleinen Stockfleckchen.

27,3 x 24,3 cm, Ra. 52,7 x 43 cm. Aufruf 1.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 5.000 €
KatNr. 400 Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.
KatNr. 400 Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.

400   Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.

Robert Hermann Sterl 1867 Großdobritz – 1932 Naundorf/Sächs. Schweiz

Aquarell und Gouache. Monogrammiert "R.St", datiert und bezeichnet "W" (Wittgenborn) u.li. Im Passepartout hinter Glas in originaler, vergoldeter Leiste gerahmt.
Zum Motiv vgl. WVZ Popova 536.

Provenienz: Deutsche Privatsammlung, erworben aus dem Nachlass des Sammlers F. W. Körner, Körner erwarb es im Atelier des Künstlers.

Wir danken Frau Popova, Dresden, für freundliche Hinweise.

Ungeöffneter Zustand. Insgesamt gebräunt, die Farben etwas verblasst, leicht angeschmutzt. Am Rand o.Mi. eine kleine oberflächliche Glanzstelle. Psp. gebräunt und mit beginnenden Stockfleckchen. Der Rahmen etwas berieben, partiell mit Abplatzern.

BA. 23,2 x 33,3 cm, Ra. 46,6 x 55,5 cm. Aufruf 1.200 €
Zuschlag 2.800 €
KatNr. 402 Hans Unger
KatNr. 402 Hans Unger
KatNr. 402 Hans Unger

402   Hans Unger "Frauenkopf mit netzartigem Perlenschmuck" / Zwei Ex libris. Um 1902/1897/1913.

Hans Unger 1872 Bautzen – 1936 Dresden

Farblithografie auf Bütten, mit Wappenstempel u.li. In Blei signiert "Hans Unger" u.re.
WVZ Günther 33.
Ex libris "Jean Louis Nicode", Lichtdruck, im Medium signiert "Hans Unger" und datiert u.li. sowie bezeichnet "Wilhelm Hoffmann. Kunstanstalt auf Actien. Dresden" u.re., verso mit Kugelschreiber künstlerbezeichnet und datiert .
WVZ Günther wohl 22.
Ex libris "Hans Unger", Lichtdruck, im Medium signiert "H. Unger" und datiert u.re.
WVZ Günther 40.

Minimal knickspurig. Vereinzelt winzige Stockfleckchen. "Frauenkopf" mit kleinem gräulichen Fleck in der o.li. Blattecke.

Darst. min. 8,7 x 6 cm, Darst. max. 14,5 x 11,7 cm, Bl. min. 12 x 8,7 cm, Bl. max. 39,5 x 24,5 cm. Aufruf 250 €
Zuschlag 1.500 €
KatNr. 513 Erich Heckel

513   Erich Heckel "Seerosen". 1958.

Erich Heckel 1883 Döbeln – 1970 Radolfzell

Aquarell und farbige Kreide über Bleistift auf feinem gelblichen "PMF Ingres"-Bütten. In Blei u.re. signiert "Heckel" sowie datiert und betitelt. Verso in Blei am u. Rand wohl von fremder Hand bezeichnet. Freistehend im Passepartout montiert und hinter Glas in einer hellen Holzleiste gerahmt.

Das Werk ist im Werk-Archiv der Erich Heckel Stiftung, Hemmenhofen, registriert.

Wir danken Renate Ebner M.A., Erich Heckel Stiftung, Hemmenhofen, für freundliche Hinweise.

Zum Motiv vgl. "Teichrosenblüte", 1937, Aquarell, abgebildet in: "Erich Heckel. Zum 100. Geburtstag. Bilder, Aquarelle, Graphik". Ausst.kat. Galerie Thomas. München 1983. Nr. 70; "Teichrosen", 1958, Tusche, laviert, abgebildet in: "Erich Heckel. Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus dem Nachlaß des Künstlers". Ausst.Kat. Brücke-Museum. Berlin 1976. Nr. 138, Tafel 40.

Technikbedingt vor allem in den Randbereichen minimal gewellt, leicht lichtrandig und fingerspurig. An der o.li. Ecke ein kleiner Einriss (ca. 5 mm) sowie am re. Blattrand o. ein Einriss (ca. 1 cm). Wenige vereinzelte, teils durscheinende, unscheinbare Stockfleckchen. Verso fünf Reste einer alten Montierung sowie am o. Blattrand zwei unscheinbare Glanzstellen mit Kleberesten wohl aufgrund einer früheren Montierung.

63,3 x 48 cm, Ra. 67,8 x 83,8 cm. Aufruf 5.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 5.500 €
KatNr. 650 Wilhelm Rudolph, Dresden – Ruinenstadt. 1948– 1950.

650   Wilhelm Rudolph, Dresden – Ruinenstadt. 1948– 1950.

Wilhelm Rudolph 1889 Chemnitz – 1982 Dresden

Federzeichnung in Tusche und Aquarell auf chamoisfarbenem strukturiertem Bütten. In Tusche signiert "W.Rudolph" u.re. Aus der Folge "Dresden als Landschaft".

Das vorliegende Blatt ist eine der bis ca. 1949 oder 1950 von Wilhem Rudolph geschaffenen farbigen Arbeiten des zerstörten Dresdens. Es gehört zu einer bemerkenswerten Folge von Aquarellen und farbigen Zeichnungen, die der Künstler unter dem Begriff "Dresden als Landschaft" zusammenfasste.
Die Zeichnung zeigt die einige Jahre nach Kriegsende allmählich erfolgte Rückgewinnung der zerstörten Stadtlandschaft durch die Natur: In laviertem Kontrast der Tuschezeichnung und atmosphärischen Farbigkeit sind die mittlerweile von Pflanzen überwucherten Ruinen Dresdens in einer phänomenalen und beispiellosen Ansicht dargestellt.
Der Künstler selbst liefert zum Motiv dieser besonderen Stadtlandschaft innerhalb seiner Kunst eine eindringliche Beschreibung. Es ist ein "Zustand, wie die getötete Stadt durch Einwirkungen der Zeit, Regen, Schnee, Wind und Frost sich in ein zerbröckelndes Felsengebirge verwandelt. … Jeder Teil ist ein Ganzes für sich und hat sein eigenes psychologisches Gesicht." (Zit. n. Klitzsch, S. 50.)
Neben Rudolphs Rohrfederzeichnungen sind Rudolphs farbige Blätter des zerstörten Dresden eher unbekannt und selten. In ihrer Einzigartigkeit haben sie bisher noch nicht die Ihnen angemessene Würdigung erfahren.

Technikbedingt leicht gewellt. An den Ecken und Randbereichen teils Reißzwecklöchlein aus dem Werkprozess, die Blattkanten minimal angestaucht. Die Ecke u.li. und o.li. leicht knickspurig.

32 x 44 cm. Aufruf 2.000 €
Zuschlag 7.000 €
KatNr. 681 Irmgard Uhlig, Sächsische Schweiz – Bielatal. 1956.
KatNr. 681 Irmgard Uhlig, Sächsische Schweiz – Bielatal. 1956.

681   Irmgard Uhlig, Sächsische Schweiz – Bielatal. 1956.

Irmgard Uhlig 1910 Oberwiesenthal – 2011 Dresden

Aquarell. Signiert "Irmgard Uhlig" und datiert u.li. Im Passepartout hinter Glas in einer hellen, profilierten Holzleiste gerahmt.

Wohl leicht gebräunt. Minimal stockfleckig. Rahmen mit teils größeren Abplatzungen (bis 3 cm) in den Ecken und an den Kanten.

BA. 49 x 74,5 cm, Ra. 73,5 x 99 cm. Aufruf 240 €
Zuschlag 800 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

760   Willy Wolff "Montage mit Stahlfeder". Um 1968– 1970.

Willy Wolff 1905 Dresden – 1985 ebenda

Messing, Stahl, partiell lackiert, geschraubt. Auf eine weiß gefasste Sprelacartplatte montiert. Auf dieser unterseitig geritzt signiert "WOLFF".

Ausgestellt in: Willy Wolff. Malerei, Plastik, Objekte, Graphik, Zeichnungen. Ausstellungskatalog der Kunsthalle Rostock, 6. April bis 5. Juni 1977. Wismar, 1976. Kat.-Nr. 48.

Das Objekt ist auf einem Atelierfoto des Künstlers zu sehen, vgl. Willy Wolff zum Hundertsten. Ausstellungskatalog der Städtischen Galerie Dresden. Berlin, 2006, S. 161, Foto o.re.

Vgl. ähnliche Metallobjekte in: Willy Wolff 1980. Ausstellungskatalog der Galerie Arkade. Neubrandenburg, ohne Jahr.

"In zwei Schüben montiert Wolff kleine Metallobjekte: 1966–1970 und 1979–1980. Sind es zunächst vibrierende Federbänder, Messingtriebwerke alter Uhren, Spieldosen, Beschläge, Scharniere und polierte Stangen, so kommen – ganz überraschend – 10 Jahre später […] noch einmal Spielmaschinen hinzu. Jetzt sind die glänzenden Räderwerke wie Schmuckstücke an gealterte Eisenfunde geheftet, weniger ironisch und heiter, dafür statuarisch, ehrenhaft. Vom Spiel zur Vanitas." (zitiert nach Klaus Werner, Willy Wolff 1980. Ausstellungskatalog der Galerie Arkade. Neubrandenburg, ohne Jahr. Ohne Seitenangabe.).

Messingteile leicht patiniert, Lackierung der Stahlplatte etwas unregelmäßig (werkimmanent). Die Sockelkanten minimal bestoßen.

H. 22,4 cm, Gesamthöhe mit Sockel 24,3 cm. Aufruf 1.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3.400 €
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek

761   Waldemar Grzimek "Tänzerin I". 1965.

Waldemar Grzimek 1918 Rastenburg – 1984 Berlin

Bronze, gegossen, schwarzbraun patiniert. Guss von 1970–77, der entstehungszeitliche Guss wurde in der Gießerei Noack, Berlin, gegossen. Auf dem linken Fuß u. monogrammiert "W. G". sowie römisch nummeriert "II", darunter mit dem Gießerei-Stempel "GUSS BARTH RINTELN" versehen. Zweites von sieben zu Lebzeiten des Künstlers gegossenen Exemplaren. Auf einem weiß gefassten Sockel schraubmontiert.
WVZ Roters 253.

Provenienz: Ostdeutscher Privatbesitz; vormals erworben aus dem Nachlass des Künstlers "Stiftung Waldemar Grzimek" (1985–2005), verwaltet von Dr. Gernot Moegelin.

Wir danken Herrn Fujimi Barth, Gießerei Barth, Rinteln, für freundliche Hinweise.

Ein weiteres Exemplar der "Tänzerin I" befindet sich in der Sammlung des GERHARD-MARCKS-HAUSES, Bremen (Inv.-Nr. S82/06), in welchem seit 2005 der künstlerische Nachlass von Waldemar Grzimek mit 101 Skulpturen sowie eine Schenkung von ca. 250 Zeichnungen und 100 Grafiken verwaltet wird.

Waldemar Grzimek ist eine der zentralen Persönlichkeiten der Bildhauerkunst in Deutschland nach 1945. Innerhalb der gesamtdeutschen Entwicklung der figürlichen Bildhauerkunst der 1960er und 70er Jahre kommt seinem künstlerischen Schaffen eine überragende Bedeutung zu. Als er im Jahr 1961 die DDR verließ und nach Westberlin übersiedelte, zeichnete sich in seinem künstlerischen Schaffen ein Formwandel ab, der in den folgenden Jahrzehnten für sein vielseitiges Werk bestimmend wurde: Eine anfängliche Strenge, Kargheit und tektonische Gebundenheit der Form wurden abgelöst von Formen expressiver Bewegtheit, exaltierter Wildheit und figürlicher Deformation. Die glatte und makellose Haut der früheren Figuren wich bewegten und rauheren Oberflächen. Ruhiges und idealisierendes Pathos schlug um in das Drama des Lebens.
Die "Tänzerin I" von 1965 zeigt exemplarisch das Interesse des Künstlers an komplizierten Bewegungsabläufen des menschlichen Körpers. Das raumgreifende Volumen der Figur, von verschiedenen Winkeln aus künstlerisch begriffen und strukturiert, erzeugt eine in perspektivischer Rundumschau wirkende Dynamik und Ausdruckskraft. Im Kontext der "Kriechenden" (1961), der "Träumenden" (1962), der "Großen Träumenden" (1964), der "Welle" (1964), "Bewegung" (1965) sowie den "Schwebenden" (1965/1966) ist die "Tänzerin I" eine der spannungsvollsten und expressivsten weiblichen Figuren des Künstlers dieser Schaffensphase.
Das Thema von Tanz und Tänzerin beschäftigte den Künstler in den späteren Jahren, auch in männlichen Figuren, immer wieder. Die erste Bearbeitung in der Plastik von 1965 jedoch ist in ihrer besonderen Auffassung eines gestreckten, zugleich in sich gekehrten sowie schwebenden Körpers jedoch wohl die außergewöhnlichste und künstlerich eindrucksvollste.

Lit.: Jürgen Fitschen: Der Nachlass von Waldemar Grzimek im Gerhard-Marcks-Haus. In: Ders., Veronika Wiegartz, Gerhard-Marcks-Stiftung (Hrsg.): "Ein Platz für Plastik. Der Nachlass von Waldemar Grzimek im Gerhard-Marcks-Haus". Bremen 2006.

Eberhard Roters: Der Bildhauer Waldemar Grzimek. Mit einem vollständigen Werkverzeichnis. Frankfurt a.M., Wien, Berlin 1979.

H. 62,5 cm, B. 94 cm, H. (gesamt) 128,5 cm. Aufruf 15.000 €
Zuschlag 18.000 €
KatNr. 766 Peter Makolies, Engel. 2000.
KatNr. 766 Peter Makolies, Engel. 2000.

766   Peter Makolies, Engel. 2000.

Peter Makolies 1936 Königsberg / Ostpreußen

Vietnamesischer Pagodit. Verso monogrammiert "PM" und ausführlich datiert "5 00". Mittels eines Metallstabs auf einem zylindrischen Serpentinsockel montiert.

Provenienz: Privatbesitz, erworben im Atelier des Künstlers.

H. 23,5 cm, H. (gesamt) 32 cm. Aufruf 1.500 €
Zuschlag 2.600 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

824   Große Jugendstil-Deckelterrine "Flügelmuster". Rudolf Hentschel für Meissen. 1901– 1923.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen

Porzellan, glasiert und in seladongrüner und kobaltblauer Unterglasurmalerei staffiert. Aus dem Service "T glatt". Gedrückt bauchiger Korpus auf ovalem Stand, seitlich zwei eckig abgesetzte Handhaben. Leicht gewölbter Deckel mit einer weiteren, eckig abgesetzten Handhabe. Auf Wandung und Deckel das Dekor "Flügelmuster". Unterseits die zweifach geschliffenen Knaufschwerter sowie die Ziffer "71" in Unterglasurblau und die geritzte Ziffer "31" sowie die geritzte Modellnummer "T23".

Lit.: Bröhan, K. H. (Hrsg.): Kunst der Jahrhundertwende und der zwanziger Jahre, Bd. II, 1977 Berlin, S. 308 f., Abb. S. 309.
Haase, G. (Hrsg.): Jugendstil in Dresden. Aufbruch in die Moderne. 1999 Dresden, S. 243, Nr. 111, mit Abb.

Vereinzelte, nadelspitzengroße Spuren von Flugasche, sehr vereinzelte Farbpünktchen aus dem Malprozess sowie einzelne, nadelspitzengroße, geöffnete Luftbläschen. Die Handhaben mittig jeweils mit leichten Glasurbereibungen aus dem Werkprozess. Korpus innenwandig.

H. 17 cm, B. 34,5 cm, T. 23,5 cm. Aufruf 2.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2.500 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

859   Seltene Bechervase "Vase à motifs de fers de lance gravés". Gabriel Argy-Rousseau, Paris, Frankreich. 1930.

Gabriel Joseph Argy-Rousseau 1885 Meslay-le-Vidame / Frankreich – 1953 Paris

Milchig-transparentes bis wolkiges, feinblasiges, in Gelbtönen, Orangebraun und Anthrazit eingefärbtes Glas in Pâte de verre-Technik, formgeschmolzen. Sechszehnfach facettierter Korpus über einem leicht eingezogenen Stand. Reliefplastisches, geschliffenes, geometrisches Dekor im Rapport, bestehend aus Pfeil- und Dreiecksformen sowie Drachenvierecken, diese mittels dreiecksförmigen Liniendekors akzentuiert. Die Wandung mit der geprägten Signatur "G. ARGY-ROUSSEAU", unterseits kugelförmig ausgeschliffener Abriss mit der geprägten Bezeichnung "FRANCE".
WVZ Bloch-Dermant 30.06 (doc. d'époque G.B.).

Lit.: Bloch-Dermant, J.: G. Argy-Rousseau, Glassware as Art, With a Catalogue Raisonné of the Pâtes de Verre, S. 221, Nr 30.06.

Mündungsrand mit einem winzigen, nur unter 10-facher Vergrößerung sichtbaren Chip (1,5 mm). Am Mündungsrand und im geschliffenen Pfeildekor minimale Materialunebenheiten/-fehlstellen aus dem Herstellungsprozess, drei Pfeildekore mit vereinzelten, ganz minimalen Chips aus dem Schleifprozess. Fünf weitere unscheinbare geöffnete Luftbläschen an den Mündungsrandkanten (< 1 mm).

H. 10 cm. Aufruf 2.600 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2.600 €
KatNr. 889 Künstlervase. Volkhard Precht, Lauscha. 1989.
KatNr. 889 Künstlervase. Volkhard Precht, Lauscha. 1989.
KatNr. 889 Künstlervase. Volkhard Precht, Lauscha. 1989.

889   Künstlervase. Volkhard Precht, Lauscha. 1989.

Volkhard Precht 1930 Lauscha – 2006 ebenda

Farbloses, leicht blasiges Glas, in zartem Rosa unterfangen. Mit dunkelvioletten, polygonalen Einschmelzungen in einem breiten, umlaufenden Band angeordnet, darüber weiße. ebenfalls umlaufende Einschmelzungen in Form von waagerechten Fäden. Kugelige Form über rundem Querschnitt mit breiter, runder Öffnung. Unterseits geritzt signiert "V.Precht" und datiert.

Oberfläche im Bereich des Standes matt, an einer Seite schräg die Wandung aufsteigend (ca. 7 cm). Wenige, vereinzelte Kratzspuren, im Gesamtbild jedoch unauffällig.

H. 14 cm. Aufruf 180 €
Zuschlag 700 €
KatNr. 949 Teller mit Drachendekor. China. Qianlong-Marke.
KatNr. 949 Teller mit Drachendekor. China. Qianlong-Marke.
KatNr. 949 Teller mit Drachendekor. China. Qianlong-Marke.

949   Teller mit Drachendekor. China. Qianlong-Marke.

Porzellan, glasiert und in Unterglasurblau staffiert. Gemuldete Form im Spiegel mit zwei fünfklauigen Drachen mit flammender Perle und umgeben von Wolkenformationen. Unterseits die unterglasurblaue Sechssiegelmarke "Da Qing Qianlong Nian Zhi".

Insgesamt feine Kratzspuren sowie im Spiegel zwei deutlichere. Rand und Spiegel mit Brandbläschen. Rand mit fünf Chips (1-13 mm) sowie einem klar begrenzten Haarriss (ca. 9 mm). Der unglasierte Standring mit einem feinen Brandriss (ca. 4 mm).

D. 25,5 cm. Aufruf 2.800 €
Zuschlag 2.800 €
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