183 Adrian Zingg, Landschaft nahe Manter (Normandie). Vor 1790, wohl 1759–1766.
Adrian Zingg 1734 St. Gallen – 1816 Leipzig
Jacob Philipp Hackert 1737 Prenzlau – 1807 in San Piero di Careggio, heute Careggi
Johann Georg Wille 1715 Biebertal b. Gießen – 1808 Paris
Pen drawing, laviert, auf chamoisfarbenem Bütten. O.re. signiert "A. Zingg del.". Verso mit dem Sammlerstempel von Prof. Paul Arndt (1865 Dresden – 1937 München, Lugt 2067b) sowie von fremder Hand in Blei künstlerbezeichnet. An den o. Ecken freigestellt im Passepartout montiert.
Bei vorliegender Zeichnung handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Vorlage der entsprechend seitenverkehrten Radierung "Vue d'un Villages pres des Manter", vor 1790 (Pl. 21,3 x 25,4 cm),
...
radiert von Thomas Vivares, Jacques Francois Chereau gab sie zusammen mit drei weiteren normannischen Landschaftsdarstellungen von Adrian Zingg als Heft "Cahier de IV. Vue de Normandie" heraus.
Ein vollständiges Exemplar des "Cahier de IV. Vue de Normandie" wird bewahrt im Herzog-Anton-Ulrich-Museum Braunschweig, InvNr. Tvivares AB 3.1 – 3.4.
Adrian Zinggs Reisen durch die Normandie sind belegt. Von 1759 bis 1766 weilte er als Schüler Johann Georg Willes in Paris, der mit ihm und weiteren Schülern Zeichenexkursionen in diese Region unternahm. Zeichnungen Zinggs aus jener Zeit sind auf dem Pariser Kunstmarkt nachweisbar, aber kaum erhalten, vgl. Sabine Weisheit-Possél: Adrian Zingg (1734 – 1816) – Landschaftsgraphik zwischen Aufklärung und Romantik. Berlin, Münster 2010, S. 43.
Der stilistische Einfluss Johann Georg Willes ist der vorliegenden Zeichnung nachvollziehbar, vgl. die Zeichnungen Willes und seines damaligen Schülers Jacob Philipp Hackert in: Petra Kuhlmann-Hodick, et al. (Hg.): Adrian Zingg. Wegbereiter der Romantik. Dresden 2012: Johann Georg Wille, Bauerngehöft, Feder und Pinsel, 18 x 28 cm, 1766, KatNr. 28.
Jakob Philipp Hackert, Wassermühle, Feder, 17 x 24 cm, 1765, KatNr. 30.
Vor allem die eher mit kontrasierenden Flächen denn mit Linien modellierten Figuren sind auffällig. Vgl. in diesem Zusammenhang auch Zinggs "Landschaft mit Bauernhaus", 1770 / 1780, Federzeichnung in Tusche, ebenda, KatNr. 26.
> Read more
Bis an die Einfassungslinie geschnitten. Mittig mit zwei bräunlichen Fleckcken. Verso Reste einer älteren Montierung, am re. Rand vereinzelt mit oberflächlichem Materialverlust, recto unscheinbar ablesbar.
< Read less
20,7 x 31 cm, Psp. 40 x 40 cm.