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KatNr. 457 Eliezer

48. Kunstauktion | 04. Juni 2016

AUKTIONSREKORDE

457   Eliezer "El" Lissitzky "Proun 1 A". 1921.

Eliezer "El" Lissitzky 1890 Potschinok, Russland – 1941 Moskau

Lithographie auf ockerfarbenem, glatten (Werkdruck?) - Papier. Außerhalb der Darstellung u.re. im Stein kyrillisch betitelt "P 1 A". Unsigniert. Blatt zwei einer Folge von 11 Lithographien der Proun-Mappe von 1921. Gedruckt wohl Ende 1921 in Berlin, Drucker unbekannt.
Die Studie zu "Proun 1 A. Die Brücke", Gouache, 8,5 x 15 cm, wurde von El Lissitzky 1919 ausgeführt und befindet sich in der Sammlung des Ehepaars Eric E. Estorick, London.

Abgebildet in: Nisbet, Peter; Nobis, Norbert; Romanus, Peter: El Lissitzky 1890-1941. Retrospektive. Ausstellungskatalog Staatliche Galerie Moritzburg 1988. Halle, 1987. S. 98, KatNr. 37b, S. 100, Abb. 65.

Provenienz: Dresdner Privatbesitz, vormals Nachlaß Dr. Erhard Frommhold; Geschenk der zweiten Ehefrau El Lissitzkys Sophie Lissitzky-Küppers, mit welcher Dr. Frommhold als Cheflektor des Verlags der Kunst Dresden 1967 die Monographie zu El Lissitzky herausgab.

Für mündliche Informationen zu El Lissitzky danken wir Herrn Dr. Norbert Nobis, Hannover, sehr herzlich.

Insgesamt sind sechs vollständige Folgen der Proun-Mappe bekannt. Eine Folge befindet sich im Stedelijk Museum, Amsterdam, eine weitere im Museum of Modern Art, New York. Das Einzelblatt "Proun 1 A" ist auch Teil der Sammlung des British Museum, London (ehemals aus einer Folge von acht Lithographien aus dem Besitz des Künstlers und Herausgebers Maurice van Essche (1906-1977), 1979 bei Christie's versteigert).

Zur Datierung des Blattes (bzw. der Folge) gibt es verschiedene Angaben. Während das Stedelijk Museum und auch das MoMA die Arbeit in das Jahr 1920 datieren, verzeichnet das British Museum 1919. Der oben zitierte Ausstellungskatalog der Staatlichen Galerie Moritzburg nennt 1921 als Datierung, basierend auf den im Zuge der Ausstellungsvorbereitung neu gewonnenen Erkenntnissen. Zunächst ging die Forschung davon aus, dass die Blätter, welche El Lissitzky nicht als Edition drucken ließ, sondern vielmehr als leicht zu transportierendes Anschauungsmaterial zur Demonstration seiner Ideen verwendete, in Witebsk bzw. in Moskau gedruckt wurden. Nach Witebsk (heutiges Weißrußland) wurde der Künstler im Jahr 1919 als Leiter der Werkstatt für Grafik, Druck und Architektur der Kunsthochschule berufen; in Moskau war er von 1920-1921 Leiter der Höheren Künstlerisch-Technischen Werkstätten (Wchutemas). Ende des Jahres 1921 verließ El Lissitzky Rußland, um nach Berlin zu gehen, nicht aus politischen Gründen, sondern weil er sich dort bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erhoffte. In Deutschland hatte er zudem auch deutlich bessere Druckmöglichkeiten.

Die Proune [Projekt für die Gründung neuer Formen in der Kunst, ausgesprochen 'Pro-un'] sind als dreidimensionale Weiterführung der suprematistischen Ideen K. Malewitschs zu sehen, dessen Anhänger El Lissitzky war. Peter Nisbet beschreibt den Proun als "Komposition aus mehreren, verschiedenen geometrischen Elementen, zwei- wie auch dreidimensionalen, die über eine flexionslose Grundfläche in einer Art verteilt sind, die sich den Erwartungen normaler (oder tatsächlich möglicher) räumlicher Beziehungen widersetzt". (Zitiert nach Nisbet, Peter; Nobis, Norbert; Romanus, Peter: El Lissitzky 1890-1941. Retrospektive. Ausstellungskatalog Staatliche Galerie Moritzburg 1988. Halle, 1987. S. 14).

Der Künstler selbst führte dazu aus:
" 'Proun' nannten sie die Station auf unserem Wege zu neuen Formen, die aus der Erde erwachsen, welche verbessert, gedüngt ist mit den Leichen von Bildern und ihrer Künstler. […] Die nichtkonstruktive Form bewegt sich nicht, steht nicht, sie fällt. Sie ist katastrophal. […] Die Konstruktion, aus dem Suprematismus erwachsen, bewegt sich in den Geraden und Kurven der Luft, sie führend im neuen Raum. 'Proun' baut auf ihm auf. 'Proun' veranlaßt uns, den neuen Körper zu schaffen. […] 'Proun' führt den Schaffenden von der Kontemplation in die Wirklichkeit. Während das Bild in sich vollendet zu Ende geführt ist, stellt jeder 'Proun' nur ein Glied in der Kette, eine kurze Haltestelle auf dem Wege zur Vollendung dar. 'Proun' verändert die Produktionsformen der Kunst. Er läßt den werkelnden Individualisten hinter sich, der im verschlossenen Kabinett seine Bilder auf der dreibeinigen Staffelei ausführt, von ihm allein begonnen und nur von ihm beendet. 'Proun' hingegen führt in den Schaffensprozeß eine Vielzahl von Produzierenden ein, erfaßt mit jeder Drehung des Radius ein neues schöpferisches Kollektiv. Die Persönlichkeit des Autors verschwindet in dem Werk, und wir sehen die Geburt eines neuen Stils nicht einzelner Künstler, sondern namenloser Autoren, die gemeinsam das Gebäude der Zeit meißeln". El Lissitzky, Unowis 1920-21 (Zitiert nach Sophie Lissitzky-Küppers: El Lissitzky. Proun und Wolkenbügel. Schriften, Briefe, Dokumente. Dresden, 1977. S. 21ff.).

Papier gebräunt, minimal lichtrandig, am o. und u. Blattrand etwas deutlicher. Außerhalb der Darstellung mit wenigen Stockflecken o.re. und einer Fingerspur u.li., zwei winzige bräunliche Fleckchen in der Darstellung li. Zwei Einrisse am oberen Blattrand (je ca. 10 mm), der linke Blattrand mit einem winzigen Einriß (ca. 3 mm). Blattecke o.re. und u.li. knickspurig, die u.li. deutlicher.
Blatt an den beiden oberen Ecken auf Untersatzkarton klebemontiert.

Darst. 17 x 30,2 cm, Bl. 35,5 x 45,5 cm. Aufruf 10.000 €
Zuschlag 10.000 €

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