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KatNr. 1250 Sechs Tassen mit Untertassen

1250   Sechs Tassen mit Untertassen "Schneeglöckchen". Rudolf Hentschel für Meissen. Um 1900.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen

Porzellan, glasiert und in graugrünen sowie rotbraunen Unterglasurfarben staffiert. Aus dem Service "1000"-Form. Halbkugelförmige Korpi mit Ohrenhenkeln. Die Untertassen leicht gemuldet. Auf der Wandung das Dekor "Schneeglöckchen". Unterseits jeweils die Knaufschwerter in Unterglasurblau, die unterglasurblaue Ziffer "74" sowie zwei Prägeziffern.
Entwurfsjahr: 1899.

Die originale Entwurfszeichnung in Bleistift und Wasserfarben (20,5 x 19 cm) befindet sich im Archiv der Porzellanmanufaktur Meissen.

Bis ins späte 19. Jahrhundert setzte man sich in der Porzellanmanufaktur Meissen weniger mit einer Erneuerung von Dekoren und Formen von Gebrauchsporzellanen auseinander, da diese mit ihrem Traditionsbewusstsein sehr erfolgreich und ökonomisch sowie technisch hervorragend aufgestellt war. Im Hinblick auf die Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 und dem direkten Vergleich mit anderen Porzellanmanufakturen ausgesetzt, wand man sich schließlich stärker dem Thema der künstlerischen Neuerungen für Gebrauchsporzellane zu. 1896 fand innerhalb der Manufaktur ein Wettbewerb zur Schaffung eines "zeitgemäßen und billigen Déjeuners in Form und Dekor" statt, für welches Konrad Hentschel das "Krokus-Déjeuner" entwarf. Weitere Dekore folgten in kurzer Abfolge, u.a. bereits 1899 das Dekor "Schneeglöckchen" von Rudolf Hentschel. Für dieses Dekor wurde - im Gegensatz zu den anderen Jugendstilentwürfen - keine eigene Serviceform entwickelt, sondern bestehende Formen, wie "Neuer Ausschnitt" genutzt. Wurden zuerst ornamentale Dekore entworfen, fand die Entwicklung schnell in Richtung abstrakter linearer Entwürfe statt. "Die über ein Jahrzehnt hin unternommenen Anstrengungen endeten jedoch schon vorher mit dem schlichten "Bügelservice" aus dem Jahr 1909 [...] Mit seinen äußerst vereinfachten, auf nüchterne Funktionalität reduzierten Formen war dieses Service der Endpunkt einer Entwicklung, die immer weiter zum Industriedesign führen sollte. Um solche Formen rationell herzustellen, hätte es der Einführung industrieller Fertigungsmethoden bedurft" was in der Manufaktur abgelehnt wurde. "Es setzte sich schließlich die Erkenntnis durch, daß die Stärken des traditionsreichen Unternehmens in der manufakturmäßigen Einzel- und Kleinserienfertigung lagen [...]."

Vgl.: Ausstellungskatalog Jugendstil in Dresden -Aufbruch in die Moderne. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kunstgewerbemuseum 1999, S. 93, Abb. 3 und S. 241, Kat.Nr. 101, Zitat S. 93f.

Vgl.: Just, Johannes: Meissener Jugendstilporzellan, Gütersloh 1983, S. 127 f., S. 150f.

Spiegel mit unscheinbaren Besteckspuren, vereinzelt ausgeschliffene Masseunebenheiten, eine Untertasse mit nadelstichförmiger Vertiefung. Rand einer Untertasse mit minimalen Chip.
Henkel einer Tasse restauriert und mit Glasurfehlstelle. Henkel einer Tasse im unteren Bereich mit umlaufenden Riss und ebenda mit minimalen Chips. Wandung einer Tasse mit etwas tieferer Kratzspur und ebenda mit unscheinbaren Glasurchip. Eine Tasse auf der Wandung mit nadelstichförmiger Vertiefung und Glasurfehlstelle am Lippenrand. Eine Tasse mit minimaler Glasurfehlstelle am Lippenrand und am Henkelansatz mit einem herstellungsbedingten Brandriss unter der Glasur.

Tassen D. 8 cm, Untertassen D. 14 cm. 2.400 €
Zuschlag 2.000 €
KatNr. 1256 Bildtasse und Untertasse mit der Darstellung Napoleons, auf Marengo reitend. Meissen. Um 1817- 1824/Mitte 19. Jh.
KatNr. 1256 Bildtasse und Untertasse mit der Darstellung Napoleons, auf Marengo reitend. Meissen. Um 1817- 1824/Mitte 19. Jh.

1256   Bildtasse und Untertasse mit der Darstellung Napoleons, auf Marengo reitend. Meissen. Um 1817- 1824/Mitte 19. Jh.

Porzellan, glasiert und mit einem Umdruckdekor. Glockenförmiger Korpus mit hochgezogenem Henkel. Schauseitig die Darstellung von Napoleon I., auf seinem Kriegspferd Marengo reitend. Unterseits die Schwertermarken in Unterglasurblau, die der Tasse mit Schleifstrich und unterhalb einer "I" in Aufglasurgrün. Die Schwertermarke der Untertasse unterseits mit einem Dreieck und einer "9." in Eisenrot. Des Weiteren Prägeziffern.

Henkel der Tasse gebrochen und geklebt. Vergoldung innen und am Henkel großflächig retuschiert. Untertasse ergänzt, mit Chip und minimaler Rissbildung ebenda.

Tasse H. max. 9 cm, Untertasse D. 14 cm. 120 €
Zuschlag 100 €
KatNr. 1258 Schreibtischgarnitur

1258   Schreibtischgarnitur "Bunte Blume und Insekten". Meissen. 2. H. 19. Jh.

Porzellan, glasiert und in polychromen Aufglasurfarben staffiert, die Ränder mit Goldfaden. Vierteilig, bestehend aus zwei Tintenfässern mit Tablett und Federkielschale in Form eines Pantoffels. Das Tablett querrechteckig, mit geschweiftem Rand und zwei Aussparungen für die Tintenfässer. Diese mit gedrückt gebauchten Korpi und je einer ausladend geschweiften Mündung. Der Knauf der flachen Deckel jeweils nodusförmig. Alle Wandungen mit Blütenbuketts sowie gestreuten Blümchen und Insekten. Unterseits mit den Knaufschwertern in Unterglasurblau, das Tablett mit der geritzten Modellnummer, des Weiteren die Drehernummern.
Entwurfsjahr: 1846-1848.

Tablettrand mit kleinem Chip (L. 0,9 cm), Standring mit zwei Fehlstellen aus der Herstellung. Goldstaffierung teils minimal berieben. Vereinzelt minimale Unebenheiten aus der Herstellung. Pantoffel an der Ferse mit Glasurunebenheit.

Tablett L. 22 cm, B. 15,3 cm, Tintenfässchen D. 7,3 cm, Pantoffel L. 16,5 cm. 240 €
Zuschlag 220 €
KatNr. 1259 Paar Kerzenleuchter
KatNr. 1259 Paar Kerzenleuchter

1259   Paar Kerzenleuchter "Bunte Blume und Insekten". Meissen. 2. H. 19. Jh.

Porzellan, glasiert und in polychromen Aufglasurfarben staffiert, die Ränder mit Goldfaden. Einflammig. Jeweils vasenförmige Tülle über konischem Schaft mit quadratischer Plinthe und Tori. Die Wandungen mit Blütenbuketts sowie gestreuten Blümchen und Insekten. Unterseits mit den Knaufschwertern in Unterglasurblau, den geritzten Modellnummern "F66" sowie der Drehernummer.

Goldfäden vereinzelt unscheinbar berieben. Ein Kerzenständer an Stand und oberer Kante des Säulenschafts mit unscheinbarer, oberflächlicher Abplatzung.

H. 14,2 cm, H. 14,0 cm. 150 €
Zuschlag 120 €
KatNr. 1260 Kaffee-Teilservice

1260   Kaffee-Teilservice "Schwanenhenkel" mit Blütenzweigen. Meissen. Spätes 19. Jh.

Porzellan, glasiert und in polychromen Aufglasurfarben staffiert. Bestehend aus einer Kaffeekanne und drei Tassen mit Untertassen. Aus dem Service "Schwanenhenkel". Die Kanne in Balusterform über Rundstand mit geschwungenem Ausguss und Schwanenhenkel, flacher Deckel mit Zapfenknauf. Die Tassen in Campanerform, die Untertassen gemuldet und zur Fahne abgesetzt. Auf den Wandungen, Spiegeln und dem Deckel Blütenzweige. Unterseits die Knaufschwerter in Unterglasurblau, die Kanne mit zwei Schleifstrichen. Des Weiteren die geprägten Modell- und Drehernummern und überwiegend Malerziffern.

Das Dekor aller Tassen und einer Untertasse mit bräunlichen Verfärbungen und beginnenden Beschädigungen des Dekors. Eine Tasse mit punktförmiger Glasurabplatzung, Kanne unter dem Henkel mit Glasurkratzspur, Ausguss mit geöffnetem Luftbläschen. Vereinzelt Glasurunebenheiten.

Kanne H. 18,5 cm, Tassen H. 8 cm, Unterassen D. 14,5 cm. 100 €
Zuschlag 80 €
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Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

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