home
       

ONLINE-KATALOG

AUKTION 65 19. September 2020
  Auktion 65
  Highlights

Sortierung   ARTIKEL
Sortierung   KÜNSTLER

 alle Artikel
 nur Nachverkauf
 nur Zuschläge

Gemälde 18.-19. Jh.

001 - 021


Gemälde Moderne

030 - 040

041 - 060

061 - 073


Gemälde Nachkrieg/Zeitgen.

080 - 100

101 - 120

121 - 139


Grafik 16.-18. Jh.

149 - 160

161 - 172


Grafik 19. Jh.

186 - 200

201 - 220

221 - 240

241 - 263


Grafik Moderne

270 - 280

281 - 300

301 - 320

321 - 340

341 - 360

361 - 380

381 - 400

401 - 420

421 - 440

441 - 452


Grafik Nachkrieg/Zeitgen.

460 - 480

481 - 500

501 - 520

521 - 540

541 - 560

561 - 580

581 - 600

601 - 620

621 - 640

641 - 660

661 - 680

681 - 700


Fotografie

701 - 713


Skulpturen

720 - 731


Figürliches Porzellan

735 - 740


Porzellan / Keramik

741 - 761

762 - 780

781 - 797


Glas

800 - 809


Schmuck

815 - 829


Silber

830 - 838


Zinn / Unedle Metalle

839 - 840


Afrikana

850 - 858


Asiatika, Grafik

860 - 868


Asiatika, Miscellaneen

871 - 875


Uhren

880 - 881


Miscellaneen

882 - 885


Lampen

886 - 891


Mobiliar / Einrichtung

895 - 906


Teppiche

910 - 917





Suche mehr Suchoptionen
 <<<      >>>
KatNr. 41 Helene Funke

041   Helene Funke "Bretonisches Begräbnis". Um 1909.

Helene Funke 1869 Chemnitz – 1957 Wien

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf zwei Etiketten von fremder Hand bezeichnet und mit zwei Stempeln versehen.

Provenienz: Sammlung Jorg Lampe (1897–1982), Salzburg und Inge Lampe (1923–2016), Bonn.

Abgebildet in: Peter Funke, Die Malerin Helene Funke, Leben und Werk, Böhlau Verlag, S. 141.

Helene Funke malte drei Versionen des "Bretonischen Begräbnis" auf verschiedenen Malträger. Neben der vorliegenden Arbeit auf Leinwand entstanden zwei weitere Studien des Motivs auf Holz bzw. Karton.
Die Sujets der Jahre 1906–1911 lassen neben dem Hauptwohnsitz der Künstlerin in Paris auch ihre Aufenthalte in Südfrankreich und in der Bretagne nachvollziehen. Da wenig Korrespondenzen und persönliche Dokumente Funkes überliefert sind, stellen die Gemälde eine wichtige dokumentarische Komponente in der biografischen Aufarbeitung.
Das vorliegende Gemälde wurde im Atelier der Malerin von Jorg Lampe erworben und stammt demnach nicht aus dem regulären Nachlass.

Leinwand etwas locker auf dem Keilrahmen sitzend. Malschicht mit Alterskrakelee, vereinzelt mit aufstehenden Farbschichten sowie minimalem Farbverlust. Kreisrunder Malschichtverlust im Bereich des Himmels o.re. Eine kleine Flüssigkeitsspur am li.o. Rand im Bereich des Wassers.

38 x 46 cm. 2.800-4.000 €
Zuschlag 9.000 €
KatNr. 42 Otto Gampert, Uferlandschaft am Bodensee (?). Wohl Anfang 20. Jh.
KatNr. 42 Otto Gampert, Uferlandschaft am Bodensee (?). Wohl Anfang 20. Jh.

042   Otto Gampert, Uferlandschaft am Bodensee (?). Wohl Anfang 20. Jh.

Otto Gampert 1842 Ottenbach – 1924 Zürich

Öl auf Leinwand. Signiert "O. GAMPERT" u.li. Verso auf o. Keilrahmenleiste in Kugelschreiber ein Besitzervermerk sowie auf dem Mittelholm zweimal der Händler-Stempel für Malmaterial "LINA RULAND München" sowie nummeriert in blauem Fettstift "I". Auf u. Leiste re. auf einem alten Papieretikett typografisch nummeriert "438". Ein weiterer, fragmentarisch erhaltener Klebezettel auf li. Leiste. In einer neueren, silberfarbenen Holzleiste gerahmt.

Bildträger mit umlaufender Leinwandanränderung, diese verso auf den Keilrahmen klebemontiert. Alterskrakelee. Kleine Retuschen im Himmel o.re. sowie an Ecke u.re. an ehem. Malschicht-Fehlstellen und im Falzbereich. Ra. mit Abplatzungen der Fassung an den hinteren Ecken.

90 x 140,5 cm, Ra. 98,7 x 148,5 cm. 750 €
KatNr. 43 Georg Gelbke

043   Georg Gelbke "Rodachweiden". Um 1908.

Georg Gelbke 1882 Rochlitz – 1947 Dresden

Öl auf Leinwand. Signiert "G. Gelbke" u.re. Verso auf o. Keilrahmenleiste in Pinsel betitelt und nochmals signiert "G. Gelbke". In einer goldfarbenen, profilierten Holzleiste gerahmt.

Bildträger wellig, insbes. an den Ecken und o.re. deutliche Leinwand-Deformation (Markierung des Keilrahmens). Li.Mi. ein geschlossener und retuschierter, verso mit einem Flicken hinterlegter Riss. Kleines Löchlein in der Leinwand mit Malschicht-Fehlstelle Mi. Mehrere Retuschen, v.a. im Himmel. Firnis leicht gegilbt und vereinzelte bräunliche Flecken auf der Oberfläche. Geringfügiger Malschicht-Abrieb an den Bildkanten.

60,5 x 70,2 cm, Ra. 67,3 x 77,4 cm. 800 €
KatNr. 44 Richard Guhr, Gedanken. Wohl um 1930.
KatNr. 44 Richard Guhr, Gedanken. Wohl um 1930.

044   Richard Guhr, Gedanken. Wohl um 1930.

Richard Guhr 1873 Schwerin – 1956 Höckendorf

Öl auf Holz. Unsigniert. Verso Adressaufkleber "Prof. Richard Guhr" sowie am Rand in Blei technikbezeichnet "Titanleimgrund Ia" In einem hölzernen Jugendstilrahmen mit goldfarbener Innenleiste und schmalen, waagerechten Messingapplikationen im Bereich der o. Ecken.

Richard Guhr ist heute vor allem als Bildhauer und Schöpfer des "Goldenen Rathausmannes" in Dresden bekannt. Kaum überliefert ist, dass er seit 1907 an der Akademie für Bildende Künste in Dresden lehrte, wo u.a. Otto Dix zu seinem Schülerkreis zählte.

Randbereiche rahmungsbedingt partiell mit Abrieb der o. Malschicht und des Firnisses, o.li. kleine Abplatzung. O.re. Ecke leicht bestoßen. Malschicht mit wenigen winzigen Kratzern (insbes. u.re.). Im Bereich des Gesichtes, des Kragens und des Rauches Retuschen, teils etwas farbabweichend. Geringe Markierung der Holzstruktur in der Malschicht. Firnis wohl erneuert. Lack des Rahmens mit Kratzspur u.li. sowie weitere vereinzelte Druck- und Kratzspuren.

31 x 41 cm, Ra. 44,5 x 58 cm. 1.300 €
KatNr. 45 Hanns Herzing
KatNr. 45 Hanns Herzing

045   Hanns Herzing "Matterhorn im Sturm". 1936.

Hanns Herzing 1890 Dresden – 1971 ebenda

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Hanns Herzing". Verso auf der Keilrahmenleiste auf einem Papieretikett in Tinte betitelt, datiert sowie signiert "Hanns Herzing", mit einem weiteren Papieretikett des Kunsthauses Schaller versehen. In breitem, profiliertem Holzrahmen gerahmt, mit gold- und silberfarbener Innenleiste.

Leinwand etwas locker sitzend. Ecken des Ra. o.li. und u.re. bestoßen und mit Fehlstellen in der Fassung.

100 x 75 cm, Ra. 125 x 100 cm. 350 €
Zuschlag 300 €
KatNr. 46 Hanns Herzing

046   Hanns Herzing "Hüttenfenster". 1955.

Hanns Herzing 1890 Dresden – 1971 ebenda

Öl auf Hartfaser. Signiert "Hanns Herzing" u.re. Verso betitelt und datiert. Ungerahmt.

Ecken des Bildträgers leicht bestoßen. Im Randbereich aufgrund einer früheren Rahmung minimal berieben. Am Rand o.Mi. verso punktuell durchstoßen, recto in diesem Bereich Risse in der Malschicht.

100 x 75 cm. 160 €
Zuschlag 140 €
KatNr. 47 Alexander Gerbig, Paris – Blick auf Notre Dame über die Brücke
KatNr. 47 Alexander Gerbig, Paris – Blick auf Notre Dame über die Brücke

047   Alexander Gerbig, Paris – Blick auf Notre Dame über die Brücke "Pont de la Tournelle". Um 1911.

Alexander Gerbig 1878 Suhl – 1948 ebenda

Öl auf Leinwand. Signiert "A.Gerbig" u.li. Verso auf dem Keilrahmen o.li. von fremder Hand bezeichnet. In einer neueren, profilierten, hellen Holzleiste mit goldfarbenen Zierprofilen gerahmt.

Abgebildet in: Knop, Wolfgang: Meine Suche nach dem Maler Gerbig – Bilder, Bekenntnisse, Interpretationen. Suhl, 1981. S. 33.

Bildträger doubliert, Spannkanten umlaufend mit Packpapier beklebt. Format wohl etwas verkleinert (Spannkanten nicht einsehbar). Malschicht-Fehlstellen an den Rändern im Falzbereich, insbes. u. sowie re. Ecken etwas berieben. Vereinzelte kleine Kratzer und wenige, winzige Malschicht-Fehlstellen. Kleine Retuschen im Eckbereich u.li. Firnis etwas gegilbt.

73,5 x 66,7 cm, Ra. 95,4 x 87,6 cm. 4.200-5.000 €
KatNr. 48 Franz Gustav Hochmann, Heidelandschaft mit Tümpel. Wohl Anfang 20. Jh.
KatNr. 48 Franz Gustav Hochmann, Heidelandschaft mit Tümpel. Wohl Anfang 20. Jh.

048   Franz Gustav Hochmann, Heidelandschaft mit Tümpel. Wohl Anfang 20. Jh.

Franz Gustav Hochmann 1861 Dresden – 1935 ebenda

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Franz Hochmann". In einer goldfarbenen profilierten Holzleiste gerahmt.

Leinwand etwas locker sitzend. Malschicht leicht angeschmutzt und mit fünf winzigen Löchlein in der o. Bildhälfte. In den Randbereichen rahmungsbedingt umlaufend Druckstellen sowie partiell leichter Abrieb der o. Malschicht. Firnis mit Glanzunterschieden.

50,5 x 70 cm, Ra. 62 x 81 cm. 350 €
Zuschlag 300 €
KatNr. 49 Otto Illies, Stillleben mit Veilchen. Um 1910.
KatNr. 49 Otto Illies, Stillleben mit Veilchen. Um 1910.

049   Otto Illies, Stillleben mit Veilchen. Um 1910.

Otto Illies 1881 Yokohama – 1959 Wernigerode

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf re. Keilrahmenleiste in Blei bezeichnet "Kleine Polkachaussée – Rahmen". In einer profilierten Holzleiste mit silberfarbener Blattmetallauflage gerahmt.

Provenienz: Aus dem Nachlass Renate Engelmann, Pflegetochter einer der Töchter des Künstlers.

Werke aus dem Nachlass des Künstlers werden im Gleimhaus Halberstadt aufbewahrt.

Wir danken Herrn Dr. Reimar Lacher, Gleimhaus Halberstadt, für freundliche Hinweise.

Unscheinbare Leinwand-Deformation an li. Bildkante. Malschicht und Ecken oberflächlich leicht berieben.

60,3 x 46,5 cm, Ra. 67,1 x 53,2 cm. 350 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 300 €
KatNr. 50 Gotthardt Kuehl, Bildnis einer alten Frau mit weißer Haube. 1907.

050   Gotthardt Kuehl, Bildnis einer alten Frau mit weißer Haube. 1907.

Gotthardt Kuehl 1850 Lübeck – 1915 Dresden

Öl auf strukturierter Malpappe. Verso in Blei signiert "G. Kühl" und datiert "07" sowie maßbezeichnet.
Nicht im WVZ Neidhardt, vgl. jedoch das motivähnliche Gemälde "Alte Frau mit weißer Haube", 2. Hälfte 1880er Jahre, Öl auf Holz, WVZ Neidhardt 189, mit nahezu identischen Maßen.

Bildträger in den äußersten Randbereichen partiell leicht berieben, die o. Ecken etwas gestaucht. Malschicht unscheinbar angeschmutzt, nur im Bereich des Porträts mit einem dünnen Firnis versehen.

47,5 x 37,5 cm. 1.500 €
KatNr. 51 Konrad von Kardorff, Bildnis der Schwiegermutter des Künstlers im Garten (Frau des Christian August Bruhn, 1843–1898). Wohl 1911.

051   Konrad von Kardorff, Bildnis der Schwiegermutter des Künstlers im Garten (Frau des Christian August Bruhn, 1843–1898). Wohl 1911.

Konrad von Kardorff 1877 Nieder-Wabnitz (Kreis Oels) – 1945 Berlin

Öl auf grober Leinwand. Signiert "K. v. Kardorff" und datiert "ii" (wohl "11") u.re. Verso auf u. Keilrahmenleiste der Malmaterial-Händlerstempel "Leopold Hess Berlin".

Leinwand etwas locker sitzend. Ecken berieben. Punktuell Schichtentrennung zwischen Grundierung und Malschicht sowie mit Fehlstellen (im Ärmel li., in der Hand, am li. Bildrand und o.li.). Partielles Alterskrakelee.

88,2 x 65 cm. 750 €
KatNr. 52 Fritz Küchler, Dorfstraße mit Gänsen im Schönfelder Hochland bei Dresden. Um 1900.

052   Fritz Küchler, Dorfstraße mit Gänsen im Schönfelder Hochland bei Dresden. Um 1900.

Fritz Küchler 1873 Dresden – 1928 Dresden oder Leipzig

Öl auf Leinwand. Signiert u.li. " F. Küchler".

Bildträger mit Klimakante, rückseitig leicht fleckig. Malschicht etwas angeschmutzt.

49,5 x 64,5 cm. 180 €
KatNr. 53 Hans Kinder
KatNr. 53 Hans Kinder
KatNr. 53 Hans Kinder

053   Hans Kinder "Alaunstraße Dresden". 1928.

Hans Kinder 1900 Dresden – 1986 ebenda

Öl auf Sperrholz. Unsigniert. U.re. von Künstlerhand ausführlich datiert "2 X 28" sowie in Blei von fremder Hand mit der WVZ-Nr. versehen. Verso mit dem Gemälde "Die Korngabe", Öl, versehen, ebenfalls ausführlich datiert "30 VIII 28" u.re. In einer schwarzen Holzleiste mit profilierter, silberfarbener Innenleiste gerahmt.
WVZ Baerthold 654 (unpubliziert).

Ein motivisch vergleichbares Werk abgebildet in: Arrieta, Katrin, Baerthold, Barbara und Muschter, Gabriele: Hans Kinder. Malerei und Zeichnungen, Berlin 2010, S. 33 "Das graue Haus", Öl auf Sperrholz,1929.

Hans Kinders Gesamtwerk weist in stilistischer Hinsicht vorwiegend spätkubistische und abstrakte Arbeiten auf, eine malerische Formauffassung, die sich erst im Laufe seines künstlerischen Schaffens entwickelte, motiviert besonders auch durch die Begegnung mit Pablo Picasso in Paris Anfang der 1940er Jahre, wie Kinder in späteren Aufzeichnungen bezeugt.
Von den frühen Arbeiten des Künstlers, etwa aus seiner Ausbildungszeit an der Kunstgewerbeakademie in Dresden oder dem Studienaufenthalt am Bauhaus in Weimar 1924/25 sind keine Arbeiten erhalten, wohl aber gibt es einen umfangreichen Bestand an Aktzeichnungen. Bereits an diesen zeigt sich Kinders künstlerisches Interesse an einer konstruktiv-analytischen Auseinandersetzung mit dem Gesehenen, das er in der Beschäftigung mit Farbtheorien weiterverfolgt.
Das vorliegende Gemälde stellt in mehrerer Hinsicht eine Besonderheit dar: Es stammt aus Kinders früher Schaffenszeit in Dresden und ist eines der wenigen erhaltenen Ölgemälden des Künstlers dieser Zeit, die zwar gegenständlich, jedoch schon in reduziert-flächiger Formensprache auf seine spätere Arbeit vorausweist. Es zeigt motivisch einen der Hinterhöfe in der Dresdener Neustadt bei Nacht aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, wie sie noch im heutigen Szeneviertel der Stadt erlebbar sind. Durch Lichtführung und ein konturiertes Gefüge farbig leuchtender, in sich strukturierter Hell-Dunkel-Flächen erreicht der Künstler einen atmosphärischen Gesamteindruck von lebendiger malerischer Qualität.

Kleine Randläsionen, geringfügige Farbverluste sowie kleine Bestoßungen an den u. Ecken im Falzbereich. Malschicht ingesamt etwas angeschmutzt. Recto zwei vertikal verlaufende, leicht geöffneten Trocknungsfugen u.Mi. sowie re. Verso mit einem Nagellöchlein in der Darstellung o.re. im Bereich des Himmels.

44 x 62 cm, Ra. 55 x 72,5 cm. 6.000 €
KatNr. 54 Bernhard Kretzschmar, Stillleben mit Äpfeln, Kürbis und Flasche. 1917.
KatNr. 54 Bernhard Kretzschmar, Stillleben mit Äpfeln, Kürbis und Flasche. 1917.
KatNr. 54 Bernhard Kretzschmar, Stillleben mit Äpfeln, Kürbis und Flasche. 1917.

054   Bernhard Kretzschmar, Stillleben mit Äpfeln, Kürbis und Flasche. 1917.

Bernhard Kretzschmar 1889 Döbeln – 1972 Dresden

Das Gemälde wurde 1939 durch die Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz in dem Berliner Auktionshaus Lutz, wohl aus unmittelbarem Verkauf des Künstlers, erworben.
Es wurde mit Teilen der Kunstsammlung 1943 nach Schloss Kuhnau östlich der Neiße ausgelagert. Durch Polen erfolgte bis heute keine Rückführung verbliebener Kriegsauslagerungen.
Die Inventarisierung als Kriegsverlust erfolgte unter der in den Museumsakten geführten falschen Schreibweise des Namens.
Das Gemälde wird an die Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur restituiert.

Öl auf Leinwand. Signiert "KRETZSCHMAR" und datiert u.li. Verso ein weiteres, in Öl ausgeführtes Stillleben. Verso auf dem rückseitigen Gemälde in weißer Farbe mit alter Inventarisierungsnr. "66/39" sowie nochmals auf dem Keilrahmen. In einer breiten, profilierten, schwarz-grau gestrichenen Holzleiste gerahmt.

Vgl. stilistisch und motivisch die Gemälde "Stilleben mit Siphonflasche", 1916, Ausstellungskatatalog Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden 1989, KatNr. 7, Abb. S. 70 sowie "Stilleben mit Kürbis", 1941, KatNr. 40, Abb. in: Walther, Sigrid / Porstmann, Gisbert (Hrsg.): Deutung des Daseins. Bernhard Kretzschmar (1889–1972). Malerei. Grafik. Dresden 2018. S. 25.

Noch in Ausbildung an der Akademie als Meisterschüler bei Carl Bantzer gründete Kretschmar zusammen mit Conrad Felixmüller, Otto Lange und Constantin Mitschke-Collande die "Expressionistische Arbeitsgemeinschaft Dresden, Gruppe 1917". Im selben Jahr wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und musste sein Studium für fast zwei Jahre unterbrechen.

In breiten Pinselstrichen, die Farbe pastos aufgetragen, sind die dargestellten Gegenstände in präzise ausgearbeiteter, malerischer Modulation wiedergegeben. Diagonale und senkrechte Kompositionslinien sind miteinander ins Verhältnis gesetzt, während runde Formen das Ganze im Mittelfeld aufbrechen. Die der leuchtend roten Farbflächen der im vorderen Bildgrund plazierten Äpfel korrespondieren mit der warmbraun getönten, sonnenbeschienenen Stuhllehne links und dem Holzbraun des Tisches am unteren Bildrand. Warmgelb und hell strahlt das Innere des aufgeschnittenen Kürbisses hinter dem dunklen Flaschenhals, mit dem zentral der stärkste Hell-Dunkelkontrast gebildet wird. Daneben erscheinen oliv- und tannengrün schimmernende Nuancen in der benachbarten Stofftasche mit Früchten in ockergelb und dem zweiten rechts liegenden frischgrünen Kürbis. Kompositorisch schließt die in kühlem Graublau gehaltene Stoffdrapierung das Arrangement nach rechts hin ab, anziehender Blickpunkt ist der auf dem Stoff wie eingebettet liegende rote Apfel. Der Einfall warmen Sonnenlichts von vorn rechts lässt das Ensemble in spätsommerlicher Atmosphäre erstrahlen.

Lit.: Horst Zimmermann: "Frühwerke und Architekturbilder". In: Bernhard Kretzschmar. 1889–1989. Ausst-Kat. SKD. Dresden 1989. S. 16–36.

Sigrid Walther: "`Deutung des Daseins´.Zu Gemälden von Bernhard Kretzschmar aus den Jahren 1916 bis 1967". In: Walther, Sigrid / Porstmann, Gisbert (Hrsg.): Deutung des Daseins. Bernhard Kretzschmar (1889–1972). Malerei. Grafik. Dresden 2018. S. 9–27.

Leinwand etwas locker sitzend, an Ecke o.li. mit kleinem Löchlein. Mehrere unscheinbare Leinwand-Deformationen, insbesondere in der Ecke o.li. Malschicht mit partiellem, alterungsbedingten Krakelee. Kratzer mit kleinen Fehlstellen o.re., eine Bereibung li. neben dem Zinnhumpen. Kleine Retuschen im Randbereich sowie re.Mi. im grünen Kürbis.

70,6 x 76,5 cm, Ra. 89,7 x 95,5 cm.
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 55 Bernhard Kretzschmar
KatNr. 55 Bernhard Kretzschmar

055   Bernhard Kretzschmar "Weinberge in der Lößnitz". Wohl 1960er Jahre.

Bernhard Kretzschmar 1889 Döbeln – 1972 Dresden

Öl auf Sperrholz. Unsigniert. Verso mit der Authentizitätsbestätigung von Hildegard Stilijanov-Kretzschmar "Aus Nachlass von Prof. Bernhard Kretzschmar" sowie ihrer Unterschrift. Betitelt von fremder Hand u.re., sowie mehrfach nummeriert o.re., Mi.re. und u.li. In profilierter, grauer Holzleiste gerahmt.

Ecke des Malträgers u.re. bestoßen, mit kleinem Materialverlust. Dunkle, unscheinbare Fleckchen sowie eine schräg verlaufende Bleistift (?)-Spur im Himmel o.li.

31,7 x 42,2 cm, Ra. 38 x 48,5 cm. 5.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 56 Wilhelm Lachnit, Bildnis eines jungen Mannes. 1938.
KatNr. 56 Wilhelm Lachnit, Bildnis eines jungen Mannes. 1938.
KatNr. 56 Wilhelm Lachnit, Bildnis eines jungen Mannes. 1938.

056   Wilhelm Lachnit, Bildnis eines jungen Mannes. 1938.

Wilhelm Lachnit 1899 Gittersee/Dresden – 1962 Dresden

Öl auf Hartfaser. Signiert "W. Lachnit" und datiert o.re. Verso auf dem Bildträger dreimal mit dem Nachlass-Stempel versehen und wohl von fremder Hand in Blei bezeichnet "Lachnit Herrenbildnis" o.Mi. Zudem mehrfach o.li. in Blei nummeriert "15", "25" und "32" (teils durchgestrichen). In einem breiten, glänzend-schwarzen Holzrahmen mit Hohlkehle und schmaler, goldfarbener Sichtleiste.

Vgl. Wilhelm Lachnit. Ausstellungskatalog Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden 1965, Nr. 25.

Aufgrund des 1933 durch die Nationalsozialisten verhängten Arbeits- und Ausstellungsverbots wurde das Atelier für Lachnit nicht nur ein Ort des geistigen Widerstandes, sondern auch zur Spiegelkammer des inneren Exils. In Opposition zur politischen Realität der Außenwelt dominieren nunmehr allegorische Darstellungen das Werk des Künstlers. Die wenigen überlieferten Porträts dieser Zeit knüpfen an Lachnits geheimnisvoll taktilen, nahezu altmeisterlich kontrastierenden Stil der späten Zwanziger Jahre an. Lachnits innerer Rückzug zeigt sich deutlich in den Darstellungen der Porträtierten, in deren abwesendem Blick und der zurückgezogenen Haltung. Der Tenor dieser Gemälde ist nicht von widerständischer Aktion bestimmt, sondern vielmehr von der zermürbenden und quälenden Anstrengung des Überdauerns.

Unscheinbare bräunliche Fleckchen auf der Oberfläche. Malschicht teils minimal berieben und mit vereinzelten, sehr kleinen Retuschen. Kleiner, werkimmanenter Kratzer im grünen Kragen li. Im Randbereich rahmungsbedingte, partielle Bereibungen mit vereinzelten Verlusten der Malschicht. Im Hintergrund mit minimalen, werkimmanenten Frühschwundrissen und alterungsbedingtem Krakelee. Rahmen mit wenigen Druckstellen.

75 x 60 cm, Ra. 93 x 77 cm. 8.000-9.000 €
Zuschlag 7.000 €
KatNr. 57 Carl Lohse, Lausitzer Feldlandschaft. Mitte 1930er Jahre.
KatNr. 57 Carl Lohse, Lausitzer Feldlandschaft. Mitte 1930er Jahre.

057   Carl Lohse, Lausitzer Feldlandschaft. Mitte 1930er Jahre.

Carl Lohse 1895 Hamburg – 1965 Dresden

Öl auf Leinwand. Signiert "Lohse" u.re. Verso auf der Leinwand o.re. in schwarzer Farbe nummeriert "–170–" sowie u.re. in schwarzer Kreide "No 14". Zudem Mi. die große römische Ziffer "II" und u.li. "XIII.". In einer profilierten, goldfarbenen, lasierend hellgrau überfassten Holzleiste gerahmt. Eingelegter Rahmen mit dem Keilrahmen verschraubt.

Wir danken Frau Dr. Gabriele Werner, Dresden, für freundliche Hinweise.

Auf einem neuen, braungebeizten Keilrahmen aufgespannt. Format am u. Rand um 2,2 cm verkleinert (um die u. Keilrahmenkante geschlagen). Pastositäten gepresst. Vertikales Alterskrakelee, partiell mit leicht aufstehender Malschicht. Leicht gewölbte Malschicht u.re. Vereinzelte, kleine Malschicht-Fehlstellen. Mehrere kleine Retuschen, insbes. im Himmel und in Ecke u.re. Gelbliche, glänzende Retuschen im Feld u.li.

62,3 x 77,4 cm, Ra. 67,3 x 82,1 cm. 4.800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3.400 €
KatNr. 58 Carl Lohse
KatNr. 58 Carl Lohse
KatNr. 58 Carl Lohse

058   Carl Lohse "Meine Mutter". 1933.

Carl Lohse 1895 Hamburg – 1965 Dresden

Öl auf Leinwand. Signiert "C. Lohse" und datiert o.re. Verso auf dem Keilrahmen o.li. auf einem Papieretikett in Feder von Künstlerhand bezeichnet sowie mit dem Adressvermerk versehen "Carl Lohse. Bischofswerda / Sachsen. Dresdnerstrasse" und betitelt "meine Mutter". Daneben auf einem weiteren Etikett typografisch bezeichnet und ortsbezeichnet "Bischofswerda G" und in Blei nummeriert "No 2". In einem neuen Rahmen mit breiter, hellblauer Platte, silberfarbener Sichtleiste und braunem Außenprofil gerahmt.

Geringfügige Eckdeformationen. Punktuelle Deformation (Druckstelle) in der Leinwand mit geringfügigem Malschicht-Abrieb am Rand re.o. Zwei feine Kratzer (werkimmanent ?) im Bereich der Bluse. Mehrere kleine Malschicht-Fehlstellen am re. Rand Mi. sowie weitere im Falzbereich, wohl einrahmungsbedingt. Vereinzelte, bräunliche Fleckchen auf der Oberfläche (sehr unscheinbar). Verso ehem. Riss im Papieretikett auf dem Keilrahmen mit Japanpapier hinterlegt.

100,5 x 100,2 cm, Ra. 121 x 121 cm. 7.000-8.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 59 Emily Lengnick, Maillebahn in Pillnitz. Anfang 20. Jh.
KatNr. 59 Emily Lengnick, Maillebahn in Pillnitz. Anfang 20. Jh.

059   Emily Lengnick, Maillebahn in Pillnitz. Anfang 20. Jh.

Emily Lengnick 1856 Dresden – letzte Erw. vor 1929

Öl auf Leinwand, wachsdoubliert. Ligiert signiert "ELengnick" u.re. Verso auf o. Keilrahmenleiste nochmals schwach lesbar signiert, ortsbezeichnet "Pillnitz" sowie mit weiterer unleserlicher Bezeichnung "Maille …" (?). In einer breiten, glänzend schwarz gefassten Holzleiste mit vergoldeter, ornamental verzierter Sichtleiste gerahmt. Verso auf dem Rahmen auf einem alten Papieretikett typografisch bezeichnet "Leipziger Kunstverein" und nummeriert "305" sowie auf einem weiteren Etikett bezeichnet "Gerstenberger Chemnitz 5101".

Die dargestellte Vase wurde um 1785 von dem Bildhauer Thaddäus Ignatius Wiskotschill (1753 Prag – 1795 Dresden) gefertigt, welcher 1772 in die kursächsische Residenzstadt kam und hier zahlreiche Figurengruppen und plastischen Schmuck schuf.

Malschicht leicht angeschmutzt. Altersbedingtes Krakelee sowie partiell minimal frühschwundrissig. Deformationen im Bildträger. Leinwand altdoubliert. Firnis leicht gegilbt. Rahmenecken mit kleinen Abplatzungen.

55 x 80 cm, Ra. 75 x 100 cm. 1.400 €
NACH OBEN  <<<      >>>


Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

HOME |  E-MAIL © SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN OHG  |   IMPRESSUM  DATENSCHUTZ