00
home
       

ONLINE-KATALOG

AUKTION 66 05. Dezember 2020
  ZURÜCK ZUR AUKTION 66

Sortierung   ARTIKEL
Sortierung   KÜNSTLER

21 Datensätze

Altenkirch, Otto

Barraud, Aimé Victor

Buchholz, Karl

Cassel, Pol

Crodel, Charles

Dodel, Wilhelm

Fraaß, Erich

Glöckner, Hermann

Grzimek, Waldemar

Heckel, Erich

Hentschel, Hans Rudolf

Lachnit, Wilhelm

Lohse-Wächtler, Elfriede

Macke, Helmut

Nehmer, Rudolf

Press, Friedrich

Rudolph, Wilhelm

Sterl, Robert Hermann

Wolff, Willy

Zander, Heinz

Zeissig (genannt Schenau), Johann Eleazar




Suche mehr Suchoptionen
1 Ergebnis


Johann Eleazar  Zeissig (genannt Schenau)

1737 Groß-Schönau (Dresden) – 1806 Dresden

Sohn eines mittelosen Damastwebers. Aufgrund seines zeichnerischen Talents besuchte er bereits mit 12 Jahren die Zeichenschule in Dresden. Nach Ausbruch des Siebenjährigen Krieges übersiedelte er 19jährig 1956 gemeinsam mit seinem Lehrer Charles-Francois de Silvestre nach Paris. Dort arbeitete er bis 1770 u.a. bei Johann Georg Wille und absolvierte sein Studium an der Academie royale de peinture et de sculpture, wo er u.a. Bekanntschaft mit Francois Boucher, Gabriel François Doyen, Maurice Quentin de La Tour und Edmé Bouchardon machte. Hervorzuheben ist der Einfluss, den Jean-Baptiste Greuzes auf seine Arbeit hatte. Schenau fertigte Kopien nach Gemälden unter anderem von Antonio da Correggio, Guido Reni und Tizian an. Schenau übernahm Aufträge der Kronprinzessin von Frankreich. 1770 Rückkehr nach Dresden.1773–1796 Direktor der Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meißen. Ab 1774 Professor für Genre- und Portraitmalerei an der Kunstakademie, ab 1795 alleiniger Direktor. Einer seiner Schüler war Christian Leberecht Vogel.

KatNr. 100101 Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.
KatNr. 100101 Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.

Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.

Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau) 1737 Groß-Schönau (Dresden) – 1806 Dresden

Öl auf Leinwand, doubliert. Signiert "Schenau fec" und schwer lesbar datiert "1766" oder "1796" u.li. In einem monumentalen, goldfarbenen Schmuckrahmen des frühes 20. Jh. mit breiter, nach außen ansteigender Kehle mit Rosettendekor, die Außerkante mit zurückgesetztem, schmalen Schraubstab und masseverzierten Eckkartuschen, zu deren beiden Seiten Blatt und Blütenzweigen laufen.

Provenienz: Nachlass Adolf Sonnenschein (1878–1952, Dozent an der Kunstgewerbeschule Dresden).

Das Gemälde stellt eine Allegorie der Zeit dar, die die Wahrheit enthüllt. In der Mitte der Komposition schwebt die Wahrheit, ein junges, unbekleidetes Mädchen mit einer Pfirsich in der linken Hand. Wie Cesare Ripa in seiner Ikonologie beschreibt, symbolisiert die Pfirsichfrucht das Herz und sein Blatt den Mund, so wie in der Wahrheit ein aufrichtiges Herz und ein wahr sprechender Mund vereint sind. In dieser eher seltenen Ikonologie wird die Wahrheit auch von dem Maler Anton Raphael Mengs (1728–1779) um 1756 in einem sehr schönen Pastell dargestellt, das sich heute im Bostoner Museum befindet (Inv. 98.590). Hinter der Wahrheit verfliegt die Zeit, klassisch dargestellt als bärtiger Greis mit Sichel. Im unteren Teil des Bildes sind zwei weitere Figuren zu sehen. Die linke Figur ist eine Darstellung der trügerischen Täuschung. Sie hält eine Schlange zwischen Blumen in der Hand. Das Attribut versinnbildlicht den vordergründigen Anschein von Güte und Liebenswürdigkeit in den Blumen, hinter welchem sich die wahre Absicht als giftige Schlange erweist.

Das Gemälde greift ein Thema auf, das durch Berninis unvollendete Marmorskulptur (1645–1652), heute in dem Galleria Borghese in Rom, berühmt wurde. Das Motiv war im 18. Jh. besonders beliebt und wurde auch von Pompeo Batoni (1708–1787) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) dargestellt. Darüber hinaus war das Thema in Dresden dank der Marmorskulptur von Antonio Corradini (1688– 1752) aus dem Jahr 1720 weithin bekannt. Sie befindet sich im Großen Garten in Dresden und wurde erst vor kurzem restauriert.

Malschicht mit sehr leichtem Alterskrakelee. Leichte Klimakante re. und li. Im Randbereich rahmungsbedingt etwas berieben und mit mehreren Einrissen. Vereinzelten kleine Retuschen, im Bereich der letzten zwei Ziffern der Datierung sowie im Himmel. Doublierung und Keilrahmen des frühen 20. Jh., mit einem zusätzlichen Gewebe gespannt. Schmuckrahmen mit leichten Kratzern und kleinen Fehlstellen der Fassung sowie partiell mit goldfarbenen Retuschen.

175,6 x 128,5 cm, Ra. 198,6 x 150,7 cm. 11.000-12.000 €
NACH OBEN 


Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

HOME |  E-MAIL © SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN OHG  |   IMPRESSUM  DATENSCHUTZ